Die ersten 50 Jahre

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50 Jahre FC Ensdorf e.V. 1912-1962

Deckblatt Festschrift


Herzlich Willkommen in Ensdorf

Ansicht Gemeinde Ensdorf

Ensdorf ist eines der ältesten Dörfer im Kreise Saarlouis. Seine geschicht­liche Gründung geht in die Zeit um 1080. In der Frankenzeit wurde Ens­dorf nach römischer Siedlung als Ainstorf gegründet.
Ab 1080 waren die Saarbrücker Grafen Besitzer der Herrschaft Lisdorf­/Ensdorf. Bis zum Jahre 1300 gingen die Besitzungen in das Eigentum der Abtei Wadgassen über.
Erstmals war der Ort im Jahre 1179 urkundlich erwähnt worden und 1310 schenkten die Ritter von Thedingen ihre Güter in Ensdorf dem Komtur des Deutschen Ordens zu Saarbrücken. Diese wurden später an Wadgassen verkauft. Im 30jährigen Krieg erlitt Ensdorf schwerste Ver­wüstungen. 1697 erfolgte mit dem Frieden zu Ryswijk die Eingliederung Ensdorfs in die Frankreich zugesprochene Bannmeile von Saarlouis. Die Gemeinde blieb bis zum Jahre 1815 unter französischer Herrschaft und wurde dann preußisch.
Mit dem Beginn des Kohlenabbaues begann die wirtschaftliche Entwick­lung und gab der Gemeinde den Charakter eines Industrieortes.
Als in den Jahren 1937-1939 der Westwall mitten durch die Gemeinde gebaut wurde, wußte jedermann, daß das Schicksal des Ortes untrenn­bar mit dem kriegerischen Geschehen um diese Befestigungsanlage ver­knüpft würde. Zweimal mußte die Bevölkerung in die Evakuierung gehen, zuerst bei beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 und dann wieder gegen Ende des Krieges. Von Ende November 1944 an tobten monatelang erbitterte Kämpfe um den Brückenkopf Ensdorf. Als die Bewohner nach Einstellung der Kämpfe allmählich zurückfanden, hielten sie Einkehr in eine tote Ortschaft, in ein trümmerbedecktes Schlachtfeld, in Schutt, Schmutz und Verwahrlosung, sowie in verwüstete und ausgeplünderte Häuser. Es mangelte an allem, an Licht, Wasser, Gas und Kohlen und sogar am täglichen Brot. Die Bevölkerung hatte schmerzliche Verluste an Leib und Leben erlitten.
Heute sind die Schäden behoben, ein Beweis und Werturteil der fleißigen Einwohner von Ensdorf.
50 Jahre bedeuten im Leben einer Gemeinde nicht viel, und doch umfaßt das letzte halbe Jahrhundert die ganze Geschichte unseres Clubs. Wir haben in den nachfolgenden Blättern versucht, diejenigen Ereignisse festzuhalten, die für unsere Chronik wichtig sind. Sicherlich wird uns mancher sagen, daß wir dabei dieses Geschehen ausgelassen oder jenen verdienten Mann nicht erwähnt haben. Wir haben uns jedoch mit Bedacht darauf beschränkt, die Marksteine der Clubgeschichte darzustellen.

Ansicht Alte Saarstraße
Ansicht alte Saarstraße

Ansicht Ortsmitte
Ansicht Ortsmitte

Ortsansicht mit altem Kirchturm
Ortsansicht mit altem Kirchturm

Alte Allee von Ensdorf nach Saarlouis
Alte Allee von Ensdorf nach Saarlouis


Protektorat:

Herr Betriebsdirektor MORITZ RAUBER
Bergwerk-Duhamel – Ensdorf
Betriebsdirektor MORITZ RAUBER

Ehrenmitglieder:

Hochw. Herr Professor Dr. JOSEF GOERGEN  Pfarrer von Ensdorf

Herr PIERRE TERSAC  Sou ltz-sous-Forets

Herr JAQUES MACHERAS  Paris

Herr ROGER HAMM  Hayange

Herr JEAN TOURET  Uckange

Herr OSKAR JOHN  Heusweiler


 
Ehren-Festausschuß      

ALOIS BECKER  Kaufmann

WILHELM BLINN  Bundesbohnoberinspektor

Dr. med. HANS BÖHME  prakt. Arzt

EDGAR BURGER  Kaufmann

JOHANN FROHLICHER  Rektor

Dr. med. KARL HANNIG  prakt. Arzt

PETER HENNRICH  Bauingenieur

Dr. WALTER ILG  Dipl.-Volkswirt

JAKOB JOST  Rektor

HEINZ KLEEBECK  Drogist

HEINRICH MAIER  Verw.-Angestellter

W. ERNST REICHEL  Zahnarzt

Landrat RIOTTE  Landrat des Kreises Saarlouis

JOSEF SCHLEIMER  Bürgermeister der Gemeinde Ensdorf

AUGUST SCHLICHTER  Gruben-Inspektor

HANS SCHLICKER  Dipl.-Ing. · Markscheider

FRANZ SCHMITZ  lnnungsobermeister

Dr. med. WALTER SCHUTZ  Regierungsobermedizinalrat


Grußwort 
Ministerpräsident Dr. Röder
Ministerpräsident des Saarlandes Herr Dr. Röder

Der Fußball-Club Ensdorf gehört zu den Pionieren des Fußballsportes an der mittleren Saar. Er hat sich aus bescheidenen Anfängen zu einer weithin beachteten Sportgemeinde entwickelt. Dieser Aufschwung ist dem Gemeinschaftssinn und der unermüdlichen Tätigkeit seiner Mit­glieder zu verdanken.
Ich freue mich feststellen zu können, daß der idealistische Geist, der die Vereinsgründer beseelt hat, auch heute noch in den Reihen des FC Ensdorf lebendig ist. Möge das 50jährige Jubiläum, zu dem ich allen Mitgliedern und Freunden des Clubs meine herzlichen Glückwünsche entbiete, eine gute Werbung für den Fußball und der Auftakt zu neuen sportlichen Erfolgen des traditionsreichen Vereins sein.


Betriebsdirektor MORITZ RAUBER
Zum Geleit
 

Der Fußball-Club 1912 Ensdorf begeht in diesem Jahr mit seinem 50jährigen Jubiläum ein für die traditionsreiche Geschichte des Vereins denkwürdiges Ereignis.
Das 50jährige Bestehen eines Sportvereins ist nicht allein für den Verein selbst ein stolzes Ereignis, sondern darüber hinaus auch für die örtliche Umgebung, in deren Rahmen er seine Tätigkeit fruchtbringend entfalten und die Menschen zu körperlicher und charakterlicher Tüchtigkeit erziehen konnte.
In unermüdlicher, selbstloser Hingabe an eine sportliche Idee haben sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder die Männer gefunden, die den Verein über alle Schwierigkeiten hinweg in die heutige Zeit führten. 50 Jahre hindurch stehen sie nun im Dienste des Sportes, durch Krieg und Not haben sie ihren Verein gerettet und sich stets wieder zu neuer Leistung emporgearbeitet. Der Geist dieser Männer, unter denen die Gründer gleichsam als Pioniere anzusprechen sind, da die Wider­stände, die dem Sport vor 50 Jahren überall entgegenstanden, sie in der Verfolgung ihrer Idee noch stärker werden ließ, dieser Geist über­trug sich auch auf die Mitglieder, die in seltener Vereinstreue zu­sammenhielten.
Möge deshalb dem Fußball-Club Ensdorf auch weiterhin bei seiner sport­lichen Entfaltung der gleiche Erfolg beschieden sein, wie in den ver­gangenen Jahren und er weiterhin seiner Aufgabe so vorbildlich gerecht werden, wie ehedem.

Dazu ein herzliches Glückauf

 


Moritz Rauber Betriebsdirektor des Bergwerkes Ensdorf


Grüß Gott Euch!
Pastor Prof. Dr. Goergen
Es ist für unsere Zeit charakteristisch, daß Sportvereinigungen eine Lebensdauer von bereits einem halben Jahrhundert und mehr nach­weisen können. Die Sportvereinigungen sind zu einer festen und unent­behrlichen Einrichtung unserer modernen Industriegesellschaft geworden. In ihrer jahrzehntelangen volkssportlichen Tätigkeit haben sie sich ihre gesellschaftliche Legitimation tapfer und unverlierbar erkämpft. Diese volkssportliche Tätigkeit ist umso wichtiger zu nehmen, als sie den Kreis der aktiven Sportler entsprechend zu erweitern und ihre sport­liche Arbeit sinnvoll und zielbewußt zu verbessern vermag.
Als Priester und Seelsorger in einer Gemeinde, die, immer mehr ihrer ursprünglich kleinbäuerlichen Art entwachsend, sich in eine typische Industriegemeinde verwandelt hat, sehe ich auch alle sportliche Tätig­keit in ihrem Zusammenhang mit den Bemühungen, den modernen Indu­striemenschen zur vollen Entfaltung seiner Persönlichkeit zu bringen und jede geistige oder körperliche Vereinseitigung zu verhindern. Darum bewerte ich die sportliche Tätigkeit des heutigen Menschen unseres Lebensraumes grundsätzlich positiv. Ich erwarte hierbei nur, daß sie sich im Rahmen der ihr zukommenden Aufgaben hält und die aktiven Sportler mehr die Rangstufen der menschlichen Lebens-und Kulturwerte achten lehrt als sie diese vergessen macht. Ich denke hierbei z. B. an den Beruf, an die Familie, an die Religion.
Meine Erfahrungen mit den Ensdorfer sporttreibenden Gruppen haben bewiesen, daß sie vernünftigen Hinweisen und berechtigten Ratschlägen ihres Pastors immer sehr zugänglich gewesen sind. Darum fällt es mir nicht schwer, ja, es ist mir sogar eine große Freude, gerade auch dem FCE als dem jetzt zu feiernden Jubilar zu seiner fünfzigjährigen erfolg­reichen Arbeit herzlichst zu gratulieren. Ich kann nur wünschen, daß der FCE seinen alten und bewährten Idealen treu bleibt und daß er im Geiste seiner guten Tradition auch in der Zukunft seine gesellschaftlich wertvolle Arbeit leisten wird.
 

Mit den besten Wünschen für Euer Fest
bin ich Euer Pastor

Pastor Prof. Dr. Goergen
Prof. Dr. Goergen


Liebe Sportsfreunde

Im Herbst 1961 habe ich mich sehr gefreut, als der Festausschuß des FC Ensdorf an mich herantrat mit der Bitte, anläßlich seines goldenen Jubiläums einige Zeilen für diese Festschrift zu schreiben. Das Ehrenmit­glied war noch nicht in Vergessenheit geraten! So komme ich denn frohen Herzens der Bitte unseres Freundes, Herrn Werner Martin, nach und spreche Ihnen zum goldenen Jubiläum meine besten Glückwünsche aus.

Viele Erinnerungen bleiben für mich mit dem FC Ensdorf verknüpft. Er war der erste Club, der mich zum Ehrenmitglied ernannte. 1950 haben wir gemeinsam, ganz bescheiden den Tersac-Pokal gegründet, an dem 1955 mehr als 150 Mannschaften teilnahmen. Dreimal hat der FC Ensdorf den Pokal errungen und so gelangte er 1952 endgültig in seinen Besitz. Es war dies der Anlaß eines. denkwürdigen Festes.

Sechs Jahre lang habe ich an Ihren Freuden und Ihren Sorgen teil­ genommen. Ich habe auch die Schwierigkeiten kennen gelernt, die mit weniger guten Ergebnissen in den Wettkämpfen auftreten.

Ich möchte hier nicht unterlassen, der ausgezeichneten sportlichen Verbundenheit zu gedenken, die immer zwischen den Herren Vorsitzenden und mir bestand und ich möchte nach so langer Zeit den Herren Michel Jenal, Fred Burg und Oswald Bonner nochmals dafür danken.

Mein ganz besonders herzlicher Gruß gilt dem derzeitigen Vorsitzenden, Herrn Otto Schmitz, allen aktiven Spielern und allen Mitgliedern.

Alle haben sich mit großer Hingabe dem FC Ensdorf gewidmet. Alle Mitglieder haben sie im echten Sportgeist in ihren Aufgaben unterstützt. Es sei mir erlaubt, besonders Herrn Werner Martin zu nennen , den ich persönlich am besten gekannt habe.

Zum heutigen Feste überbringe ich Ihnen gleichzeitig mit meinen Glück­wünschen auch die Grüße Ihrer französischen Sportfreunde.

Der FC Ensdorf hat sich immer von der goldenen Regel des sportlichen Fair-Play leiten lassen, sei es auf dem Sportplatz oder im täglichen Leben. Die Treue zu diesem Grundsatz ist für ihn die absolute Garantie seiner ehrenvollen Weiterentwicklung, geschätzt von allen Sportkamera­den und der gesamten Ensdorfer Bevölkerung.

Glück auf           

Pierre Tersac          


Grußwort

Am 23. Oktober 1952 wurde ich von der Grube Duhamel zu einer neuen Tätigkeit innerhalb des Saarlandes versetzt. Beim Abschied des von mir sehr geschätzten Vorstandes des Fußball-Club Ensdorf habe ich ausgeführt, daß, wenn ich etwas von meinem Blute in Ensdorf (Verlust des re. Zeige­ fingers im Schacht Duhamel) ließe, ließe ich auch ein großes Stück meines Herzens.

Besonders beeindruckt hat mich in Ensdorf die Verbundenheit meiner Person mit dem Fußball-Club, beruhend in der Arbeitskameradschaft auf der Grube Duhamel, weitergehend in der Kameradschaft im Sport.

Dank dieser beiden angeführten Verbindungspunkte habe ich mich immer als Bruder von Ihnen gefühlt, trotz der unterschiedlichen Sprachen.

Seit meinem Verlassen sind nun wieder 10 Jahre vergangen und der Fußball-Club Ensdorf ist mittlerweile 50 Jahre alt geworden. 50 Jahre sind viel, besonders wenn man an die Schwierigkeiten dieser Jahre denkt.

Trotzdem ist der Fußball-Club Ensdorf immer jung geblieben und wir, die mit ihm verbunden sind als Sportler fühlen uns ebenfalls jung. Junge Leute wird es immer geben die Sonntag für Sonntag hinter dem runden Ball herlaufen. Ich wünsche, daß diese Jugend von Ensdorf noch manchen Sieg erringen wird.

Meine Gedanken sind am 50 jährigen Stiftungsfeste bei Euch und meine besten Wünsche zum Feste und für die Zukunft werden Euch begleiten.


Roger Hamm           

 

Grußwort
des Bürgermeisters von Ensdorf

Alle Teilnehmer an der Jubiläumsveranstaltung des FC Ensdorf heiße ich in unserer Gemeinde willkommen. Ich verbinde damit den Wunsch, daß Sie sich bei uns wohlfühlen und uns in angenehmer Erinnerung behalten.

Unsere 7000 Einwohner zählende Bergmannsgemeinde hat neben der Hasenbergkapelle, als Stätte der seelischen Erbauung, den Waldsportplatz mit dem daneben liegenden Schwimmbad, für die körperliche Erholung, als besondere Sehenswürdigkeit zu nennen. Leider war es zeitlich nicht mehr möglich, die im Plan fertiggestellten Sportanlagen ganz zu realisieren.

Diese Anlagen können aber nur ihren Zweck erfüllen, wenn die dem Sport und Spiel eigene ethische Grundlage nach wie vor Geltung behalten. Sie verlangen von Aktiven Selbstbeherrschung, Rücksicht auf die Mann­schaftskameraden und Achtung vor dem Gegner, Verständnis für ein stets mögliches Versagen eines Spielers und Verzicht auf jeden Fanatismus.

Ich wünsche der Festwoche des FC Ensdorf einen guten Verlauf und hoffe, daß die Spiele und Veranstaltungen dem Vereine neue Freunde gewinnen werden.

  Josef Schleimer

Zum Geleit

Zu der Zahl der traditionsreichen Sportgemeinschaften, die durch ihre Ent­wicklung dazu beitrugen, den Fußball in unserem Lande zum Volkssport zu machen, gehört auch der Fußballclub Ensdorf/Saar. In fünf Jahrzehnten hat Ihr Verein bewiesen, daß er Lebenskraft genug besitzt, um sich auch in schweren Zeiten zu behaupten. Der Wert eines Sportvereins wird nicht allein durch Meisterschaften, Pokale und die Teilnahme an großen Entscheidungen bewiesen. Wichtiger als alle äußeren Erfolge ist es, daß ein Club innerlich gesund bleibt, daß seine Mitglieder eine wirkliche Vereins­familie bilden und eine Haltung echter Sportlichkeit vertreten. Darum gilt es, das Verdienst der Vereine anzuerkennen, deren Name über die Gren­zen ihrer Heimat hinaus vielleicht wenig bekannt ist, die aber dennoch einen unschätzbaren Beitrag zu unserem gemeinsamen Werk leisten.

Der FC Ensdorf hat schon gute Mannschaften und auch einen so bekannten Spieler wie den oftmaligen saarländischen Auswahlspieler Herbert Martin hervorgebracht. Daß Herbert Martin nun nach Beendigung seiner Lauf­bahn als Vertragsspieler wieder zu seinem alten Verein zurückgekehrt ist, wird dem FC Ensdorf sicher neuen Auftrieb geben. Auf jeden Fall darf der Verein mit Zuversicht in das zweite halbe Jahrhundert seines Lebens gehen.

Mit seinen herzlichen Glückwünschen zur Feier Ihres 50 jährigen Be­stehens übermittelt der Deutsche Fußball-Bund gleichzeitig die besten Wünsche für die Zukunft Ihres Vereins.


Dr. P. J. Bauwens Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

Vorwort

Der FC Ensdorf, der in diesen Wochen des Jahres 1962 auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken kann, ist nicht nur auf Grund seines für den Fußballsport an der Saar ansehnlichen Alters, sondern auch durch das Lei­stungsvermögen bekannt und mit Recht in den Kreis der führenden Clubs der unteren Saar einzureihen.

Wenn ich dies herausstelle, so tue ich es keineswegs mit der Absicht einer billigen Effekthascherei, sondern aus dem Wissen um die gesunde Arbeit an der Jugend und um die leistungsstarke Spitze im FCE. Vor allem seit dem Wiederaufbau nach dem verheerenden 2. Weltkrieg haben sich die Ensdorfer in der Spitzenarbeit hervorgetan. Spielernamen wie Herbert Martin, Viktor Gabriel (über 1000 Spiele für den FC Ensdorf), Rudi Amann um nur einige wenige zu nennen, sind weit über den Rahmen des engeren Kreises Saarlouis hinaus be­kannt geworden. Vornehmlich Herbert Martin hat für den Saarfußball manch mitreißendes Spiel geliefert. Es war sein persönliches Pech, daß in seiner Glanzzeit der Saarfußball aus politischen Gründen nicht direkt zum deutschen Mutterverband zählte und er deshalb auch nicht von Sepp Her­berger in die deutsche Nationalelf berufen werden konnte. Was sonst, dessen bin ich heute noch gewiß, ganz bestimmt mehr als einmal der Fall gewesen wäre.

Der besondere Glückwunsch aller Fußballfreunde im Saarland gilt in diesen Wochen dem Jubilar! Ich persönlich knüpfe daran die bestimmte Hoffnung auf eine weiterhin wertvolle Breitenwirkung des FC Ensdorf auch im kommenden halben Jahrhundert! Dies sowie manch schönen wei­teren Erfolg für den Verein wünscht von Herzen

 

 


Präsident des Saarländischen Fussballverbandes Hermann Neuberger           


Möge echter FC Geist weiter gedeihen

Für jeden Verein sind 50 Jahre Bestand ein bedeutungsvolles Ereignis, vor allem für einen Fußballverein. Viele solcher Vereine sind im Laufe dieser verflossenen 50 Jahre entstanden und viele davon sind inzwischen wieder von der Bildfläche verschwunden. Mehr als je zuvor hängt in unseren Zeiten der Wohlstand und das Gedeihen eines Fußballvereins von seinen erreichten sportlichen Leistungen ab, die insbesondere durch seine erste Mannschaft verkörpert werden. Jahr für Jahr muß der Kampf um den Verbleib in der errungenen Spielklasse, der Kampf um den Abstieg oder Aufstieg mit all seinen Härten und Bitternissen durchgeführt werden.

Der FC Ensdorf feiert in diesen Tagen das seltene Jubiläum eines 50jährigen Bestehens. In gegenwärtiger Festschrift wird alles darin auf ­ gezeigt sein, welcher Arbeit es bedurfte, um das stolze Gebäude des FC Ensdorf zu schaffen, groß werden zu lassen und es über die Fährnisse des letzten halben Jahrhunderts glücklich hinwegzubringen. Vielen Mitgliedern wird beim Studium der Festschrift das eine oder andere selbst mit­ erlebte Ereignis aufs neue vor ihren Augen erstehen, es werden die Tage ihrer Jugend, ihrer spielerischen oder organisatorischen Tätigkeit im Sport wieder in Erinnerung gebracht. Harte Kämpfe um Sieg und Ehre, aber auch viele unerfüllte Hoffnungen wechselten in langer Reihenfolge im Laufe dieser fünf Jahrzehnte. Alles das waren Bausteine auf dem langen und beschwerlichen Wege, den der FC Ensdorf gehen mußte.

Die rastlos vorwärtseilende Zeit wird von allen Mitgliedern des Vereins auch weiterhin den vollen Einsatz und neue sportliche Taten fordern, wenn sie die errungene Position fernerhin behaupten wollen. Die heute in der Clubleitung und auf den Spielfeldern tätigen Mitglieder werden in den kommenden Jahren neuen Männern Platz machen. Auch deren Arbeit und Wirken soll sich dann würdig an das bisher Geleistete an­reihen und so für weitere Generationen fortleben.

Unerhört haben sich die Zeiten geändert. Wir alle haben umlernen müs­sen. Was uns niemand rauben kann, ist die Begeisterungsfähigkeit für unsere gute Sache.

So wünsche ich denn dem Fußballclub 1912 Ensdorf an seinem Ehrentage von ganzem Herzen, daß er sich durch alle Wirrnisse echten FC Geist bewahrt.

  August Hohenschurz
Bezirksvorsitzender/West

Zum Geleit

Aus Anlaß des 50 jährigen Jubiläums des FC Ensdorf, ist es mir ein aufrichtiges Bedürfnis, den Mitgliedern, insbesondere den Jubilaren, meine herzlichsten Glückwünsche auszusprechen.

Der FC Ensdorf zählt mit zu den erfolgreichsten Vereinen des Kreises Westsaar und darf an diesen Festtagen mit Stolz zurückblicken. Gewiß gab es in diesen fünf Jahrzehnten auch Rückschläge und wirtschaftliche Sorgen, doch fanden sich immer beherzte Männer, mit recht viel Idealismus und einer guten Portion Liebe für Jugend und Sport, die den Verein in selbstloser Hingabe durch die Zeiten steuerten.

Die geleistete Arbeit war nicht umsonst. Eine breite Jugendarbeit mit ausgezeichneten Erfolgen gibt den FC lern beste Hoffnungen für die Zukunft.

Neben den sporllichen Erfolgen auf dem Spielfeld, kann man dem FC Ensdorf bescheinigen, daß er hinsichtlich der Jugendertüchtigung und Kameradschaftspflege vorbildliche Arbeit geleistet hat.

Aus dieser Erkenntnis möchte ich auch das Jubiläumsfest zum Anlaß nehmen, allen Funktionären und Pionieren des Vereins, die in den vielen Jahren der Vereinsgeschichte ihre Freizeit opferten und in den Dienst der Jugendertüchtigung stellten, Dank zu sagen.

Dem Dank für die bisherigen Leistungen füge ich den herzlichsten Wunsch für eine weiterhin gedeihliche Entwicklung an. Möge eine glückliche Einwirkung auf die Jugend in der Zukunft bestimmen, daß der Geist eines echten Sportlers in einem durch Disziplin und Übung gestählten Körper über den Ungeist des Materialismus und der Zügellosigkeit triumphiert. Den Festtagen wünsche ich einen angenehmen Verlauf.

  Ü. Schillo
Kreisvorsitzender

Aus Anlaß des 50 Jährigen Jubiläums

unseres Fußballclubs ist es mir ein Herzensbedürfnis allen verstorbenen und noch lebenden Vereinsgründern herzlichst für Ihre Sportpionierarbeit zu danken.

Es erübrigt sich, im Detail auf die Leistungen dieser vom Idealismus beseelten Männer von Ensdorf einzugehen, da ihre Arbeit und ihr Tun unserer von Sportkamerad Werner Martin zusammengestellten Festschrift dokumentiert und gebührend gewürdigt wurde.

Die erfolgreiche Entwicklung unseres Clubs hat es ihnen bestätigt, daß sie mit der Gründung dieser edlen Sportgemeinschaft eine wahrhaft große Tat vollbracht haben.

Welcher Ensdorfer Fußball und sportbegeisterte Bürger erinnert sich nicht besonders gerne an die stolzen Fußballjahre unseres Clubs im letzten Jahzehnt vor und besonders im ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Lassen wir alle diese Jahre unserer Vereinsblüte an unserem geistigen Auge vorüberziehen, so erfüllt es uns heute mit etwas Wehmut, trotz aller Anstrengungen und mehr als gediegenem Können unserer Spieler und Trainer in den letzten Jahren nicht mehr an die großen und stolzen Erfolge dieser so erinnerungswürdigen Zeit anknüpfen zu können.

Sollte die Feier des 50jährigen Bestehens unseres Clubs nicht gerade der schönste und würdigste Anlaß sein, sowohl in den Herzen unserer Fußball spielenden Jugend als auch in den Herzen unserer fußballbegeisterten Vereinsmitglieder, Freunden und Gönnern ein neues großes Feuer der Be­geisterung entfachen zu können.

Ich gebe dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß alle ehemals aktiven und inaktiven Mitglieder unseres Clubs, die uns aus den verschiedensten Gründen verlassen haben, wieder zurückfinden mögen in den großen Kreis unserer Vereinsgemeinschaft.

Vielleicht wird ihnen durch das Wiedersehen mit den alten Freunden bei all unseren Festveranstaltungen dieser von uns so ersehnte Schritt erleichtert.

Besonders stolz bin ich, einem Fußballclub in seinem Jubiläumsjahr vorzustehen, dem es in den beiden letzten Jahrzehnten unter guter Führung gelungen ist, durch die Pflege von bei sportlich internationalen Begegnungen geschlossenen Freundschaften einen wirklichen völkerverbindenden Beitrag zu leisten.

Die Anwesenheit der vielen ausländischen Ehrengäste sowie die Teilnahme ausländischer Clubs an unseren Festveranstaltungen bestätigt dies all zu deutlich.

Mögen sie sich alle bei ihren Ensdorfer Fußballfreunden wohlfühlen und möge die Feier unseres Jubiläums für sie alle ein schönes Erlebnis bleiben. Wenn die in dieser Festschrift auf gezeichnete Vereinschronik dazu beiträgt, daß die heutige Jugend und darüber hinaus alle Vereinsmitglieder sich mit der gleichen Hingabe und Leidenschaft für ihren FCE einsetzen wie seine Gründer, dann hat sie ihren wirklichen Zweck vollauf erfüllt.

Dies wäre dann auch die schönste Anerkennung für alle Mitarbeiter, die in mühevoller Kleinarbeit in den letzten Wochen und Monaten an der Entstehung dieser Club-Festschrift beteiligt waren.

Allen diesen Herren sowie den Herren des geschäftsführenden und erweiterten Club-Vorstandes, deren Hilfe und Mitarbeit erst die Durchführung unserer Festwoche ermöglicht, spreche ich meinen allerherzlichsten Dank aus.

Unser Dank gebührt besonders auch allen Inserenten, durch deren Bereitschaft und Entgegenkommen wir erst in die Lage versetzt waren, diese schöne Jubiläumsschrift drucken zu können.

Es sei mir gestattet, auch an dieser Stelle Kirche und Gemeinde für das uns entgegengebrachte Vertrauen und immer gezeigte Verständnis von Herzen zu danken.

Mit einem „Glück Auf " unserem alten traditionsreichen FCE in sein zweites Halbjahrhundert.

  Otto Schmitz
1. Vorsitzender


Hermann Rupp
Mitgründer
gestorben am 8. Mai 1961


Josef Motsch
Langjähriges Vorstandsmitglied
gestorben am 23. Januar 1959

Stellvertretend für alle verstorbenen und gefallenen Vereinsmitglieder grüßen wir Euch in unserem Jubiläumsjahr und werden Euer Andenken in Ehren halten!

Mathias Schmitt
Mittelläufer und Gründer
Gefallen 1944

Erwin Kneip
Aktiver Spieler
1952 auf Grube Duhamel tödl. verunglückt

Groß ist die stille Reihe derjenigen unserer Kameraden,

die in den beiden Weltkriegen ihr Leben lassen mußten,

und das Schicksal mancher aus unseren Reihen ist noch nicht geklärt.

 

Ehre Ihrem Angedenken

Wir werden ihrer besonders gedenken an dem Tage,

an dem sich ein halbes Jahrhundert Ensdorfer Fußball rundet,

denn ihr Leben war mit ein Stein zu dem großen, stolzen Bau,

den heute der FC Ensdorf darstellt.


Noch lebende Gründer

Jakob Klein
Jakob Klein


Hans Schon
August Altmaier
August Altmaier
Heinrich Pohl
Heinrich Pohl

Im Jubiläumsjahr amtierender Vorstand

Otto Schmitz
Otto Schmitz
1. Vorsitzender
Michael Jenal
Michael Jenal
Ehrenvorsitzender

Oswald Bonner
Oswald Bonner
2. Vorsitzender

Jakob Focht
Jakob Focht
1. Geschäftsführer
Viktor Gabriel - Jugendleiter
Viktor Gabriel
Jugendleiter
Werner Martin
Werner Martin
1. Kassierer
Gerhard Wilhelmy
Gerhard Wilhelmy
Spielführer
Alouis Petry
Alois Perty
Trainer
Ottmar Kronenberger
Ottmar Kronenberger
Mannschaftsbetreuer

Im Jubiläumsjahr amtierender Vorstand

Franz Schmitz
Franz Schmitz
Dr.med. W. Schütz
Dr. med. W. Schütz
Reg. Obermedizinalrat Vereins Sportartzt
Hans Rupp
Hans Rupp
Ludwig Both
Ludwig Both
Josef Schleimer
Josef Schleimer
Hans Becking
Hans Becking
Heinrich Gladel
Heinrich Gladel
August Schröder
August Schröder
Anton Andres
Anton Andres
Emil Rupp
Emil Rupp
 

Hans Pfeifer
Hans Pfeifer


Kleine Geschichte vom großen Spiel

Fußball soll 5500 Jahre alt sein. Die geschicht­lichen Quellen weisen Richtung China, wo schon im Jahre 3600 vor Christus einem ball­ähnlichen Gebilde nachgejagt wurde. Die alten Chinesen nannten ihr Tretspiel „ Tsu-Tschu". Eine andere Version besagt, daß als ältester historischer Vorläufer des Fußballspieles das Harpastum der Römer (bei den Griechen unter dem Namen Episkyros) zu betrachten ist, das wahrscheinlich durch Cäsars Legionen nach England verpflanzt wurde.
Gleich welche Version nun der Wahrheit ent­spricht, das Fußballspiel, wie wir es heute ken­nen, ging von England aus. Dort begann es Mitte des 18. Jahrhunderts in den Schulen. Später entstanden die Vereine und 1863 der Englische Fußballverband. Als Ball benutzte man eine in Leder genähte Tierblase.
In Deutschland sind die Anfänge des Fußball­spieles Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts festzustellen. Der Nährboden für das junge Fußballspiel war die Schule. 1874 entstand am Martina-Gymnasium in Braun­schweig, von Professor Koch gegründet, der erste Schüler-Fußballverein. Mutige Lehrer för­derten dieses Spiel und die Schüler nahmen das Ballspiel begeistert auf. Professor Koch über­setzte die englischen Spielregeln und faßte sie zu einem kleinen Heft zusammen. Das Fuß­ballspiel war in den Anfangsjahren ein Spiel mit Hand und Fuß, etwa dem heutigen Rugby ähnlich. Betrieben wurde es vor allen Dingen während Herbst und Frühjahr, im Sommer wur­de bei mehr als 10 Grad Wärme nicht gespielt. Die Zahl der Spieler war unterschiedlich, etwa 20 – 30 auf jeder Seite. Die Fußballregeln waren sehr originell. So mußte in wollener Un­terkleidung gespielt werden, während dem Spiel durfte sich nicht ausgeruht werden, es durfte nicht gegessen und getrunken werden. Die erste Schiedsrichterpfeife ertönte im Jahre 1878 und im Jahre 1891 wur­den die Tornetze eingeführt. Gegen Mitte der achtziger Jahre entstanden die ersten Vereine und Anfang der neunziger Jahre die ersten Verbände. Damit begann der Spielverkehr geregelter zu werden. Um die Jahrhun­dertwende gründeten sich auch die ersten Fuß­ballvereine an der Saar. 1900 er­folgte die Gründung des DFB. Im Jahre 1904 wurde die FIFA gegründet und im Jahre 1906 wurden einheitliche Spielregeln beschlossen und eingeführt.

50 Jahre Fußball-Club Ensdorf

Der Rückblick auf 5 Jahrzehnte sportlichen Le­bens in unserer Dorfgemeinschaft hat in seiner nun folgenden Form in keiner Weise Anspruch auf Vollständigkeit. Zwei Kriege, vor allen Din­gen die fast vollständige Zerstörung unseres Ortes im 2. Weltkrieg, haben vorhandene Un­terlagen vernichtet und uns um die Sicherung einer lückenlosen Vereinschronik gebracht. Mit dem hier veröffentlichten Beitrag soll der Grundstein gelegt werden zu einer umfassen­den Vereinsgeschichte des Fußball-Club Ensdorf auf dem die weitere Fußballgeneration in Zukunft aufbauen kann.
Das Gründungsjahr 1912 ist nicht gleichbedeu­tend mit dem ersten Fußballspiel in Ensdorf. Bereits in den Jahren 1905/06 haben Gymna­siasten und Studenten versucht dem Fußball­spiel in Ensdorf den Boden zu ebnen. In das Jahr 1906 fiel der Versuch einer ersten Ver­einsgründung unter dem Namen „Podarkeia" d. h. Schnellfüßler, die jungen Fußballbegei­sterten fanden aber keinen Anklang.

Mannschaft 1907
Obere Reihe v.l.n.r. Klein J., Stephany M., Pohl T., Groh N, Bertinchamp, Altmaier K.
Untere Reihe v.l.n.r. Schon H., Pohl P., Altmeyer N.


Mannschaft 1907

Meistermannschaft 1907
Obere Reihe v.l.n. r. Stephany M., Grob N., Kazke, Pohl, Altmaier P., Klein J., Schon H., Altmaier P., Altmaier N., Pohl P.
Untere Reihe in der Mitte knieend: Pohl T., alle anderen Personen sind unbekannt

1910 wurde von Fußballanhängern erneut der Versuch einer Vereinsgründung gemacht, der bereits den Namen Fußball-Club Ensdorf trug. Für diese Gründung zeichneten: Ecker August, Ecker Johann, Altmaier August, Kühn Fritz, Motsch Nikolaus, Hermann Josef, Luxembur­ger Nikolaus. Auch dieser Versuch führte zu keinem Ergebnis und erst im Frühjahr 1912 wurde im Gasthaus Fries (Postschenke) ein Fun­dament geschaffen, welches den heutigen Fuß­ball-Club formte. Gründer dieses heute noch bestehenden Vereins waren: Rupp Hermann, Schmitt Thomas, Schon Hans, Klein Jakob, Pohl Heinrich, Altmaier Josef, Matsch Johann, Her­mann Josef, Altmaier August, Hoff Johann, Schmitt Mathias, Ecker Hans, Ecker August, Matsch Karl, Rupp Alois.
Ganz allmählich löste man sich aus dem Milieu des Straßenclubs (Dollappenclub, Weierbach­club, Schulplatzclub usw.) aber die Vereinsgröße überschritt nicht viel die einer Mann­schaftsstärke. Von einer straffen Vereinsfüh­rung und einer regelmäßigen Austragung von Fußball-Wettspielen kann in dieser Zeit noch keine Rede sein. Alle Voraussetzungen, die wir heute als selbstverständlich hinnehmen, fehlten damals. Diese fußballtreibenden Ver­eine waren kaum festgefügte Gemeinschaften; ihre Mitglieder fanden ausschließlich aus ide­ellen Motiven den Weg zum Sport. Im ersten Spiel gegen Bous, es war überhaupt das erste Spiel des Fußball-Club Ensdorf verschwieg man schamhaft das Ergebnis und sprach nur von der Tapferkeit unserer jungen Leute, sowie der starken Kraft des älteren und geübteren Geg­ners. 12 : 0 ging das Spiel verloren und die noch lebenden Gründer des Vereins können sich beim besten Willen nicht erinnern, bis zum Jahre 1914 überhaupt ein Spiel gewonnen zu haben.


Mannschaftsaufstellung 1912

Schmitt Thomas

Reibold (Schwalbach)        Motsch Karl +

Pohl Heinrich          Schmitt Mathias          Altmaier Josef

Hoff Johann +          Ecker Hans +          Pohl Anton          Motsch Johann +          Rupp Herrmann +

Mannschaftsaufstellung 1915

Motsch Josef +

Petry Jakob +          Petry Johann +

Rupp Nikolaus          Schmitt Mathias +          Becking

Rupp Hans          Pohl Josef          Pohl Anton          Walmroth (Lisdorf)         Loris Peter

Die Sportplatzfrage war wie überall in der da­maligen Zeit sehr schwierig zu lösen, da die Gemeindevertretungen und weite Kreise der Bevölkerung dem Fußballsport wenig Sympa­thie entgegen brachte. Heimspiele gab es nur im Herbst, wenn die Wiesen gemäht waren, alle anderen Spiele wurden außerhalb des Ortes ausgetragen. Jägerwies, auf der Belz (Groß Wies), auf dem Sandberg und später auf der Hall waren ein weiter Weg bis zu einem rich­tigen Sportgelände. Vor dem Spiel zog man aus und erstellte die Tore, zwei Stangen mit einem weißen Band als Querbalken, mit einem Band­maß das Gelände abgemessen wurde das Ge­lände erst spielfähig gemacht. Oft mußten hier­bei die Nadeln (des Schliesen Nickel) am Ens­dorfer Wehr herhalten. Man war nicht an­spruchsvoll, man bestritt alle Unkosten von dem kargen Taschengeld und ließ sich nicht entmutigen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte den gesamten Spielbetrieb zum Ruhen, fast alle Fußballer wurden eingezogen und der kläg­liche Rest war nicht in der Lage den Spielbe­trieb aufrecht zu erhalten. Ein erneuter Ver­such im Jahre 1916 eine Mannschaft zusammen zu stellen scheiterte an der kurz darauf folgen­den Einziehungswelle. Der Krieg war kaum vorbei da fanden sich die Uberlebenden erneut zusammen um den Fuß­ball-Club Ensdorf aufzubauen. Tief waren die Lücken, die der Tod in die Reihen der aktiven Spieler gerissen hatte und mühevoll die Ar­beit den Verein wieder dem normalen Spielbe­trieb zuzuführen.
Im Jahre 1920 trat der Verein dem Süddeut­schen Fußballverband als Mitglied bei, wodurch wir im Herbst 1920 erstmalig an den Verbands­spielen der C-Klasse teilnahmen.

Die erste Mannschaft nach dem 1. Weltkrieg und spätere Meistermannschaft der C-Klasse 1921/22

Meistermannschaft der C-Klasse 19 21/2 2

Loris P., Petry J. +, Spies J., Bommersbach J., Faust A., Schmitt M. +, Müller J., Bonner J., Becking J. +, Wüstenfeld, Motsch J. +

In der C-Klasse spielten wir mit folgenden Ver­einen: Saarwellingen, FV 08 Püttlingen, Differten, Griesborn, Lisdorf, Hostenbach, Uberherrn Am 7. August 1921 spielte der FC Ensdorf in Saarwellingen aus Anlaß des zehnjährigen Stiftungsfestes in einem Pokalturnier mit Dieff­len, Fürstenhausen, Nalbach, Roden und Uber­herrn. Das Endspiel zwischen Diefflen und Fürstenhausen endete 0:0 und mußte am Sonn­tag dem 14. August 1921 erneut ausgetragen werden, wobei Fürstenhausen mit einem Tor­erfolg von 5: 0 den Pokal gewann. In einem weiteren Freundschaftsspiel gegen Roden die zur Spitzengruppe in der A-Klasse gehörten, konnten wir ein beachtliches 2:2 erreichen. Die Verbandssaison 1921/22 brachte unserer Mannschaft die Meisterschaft und den Aufstieg in die B-Klasse.

Meistermannschaft 1921/22 -C-Klasse.


Obere Reihe v. l. n. r. Loris P., Petry J., Spies J. +, Bommersbach J., Faust A.,
Mittlere Reihe v.l.n.r. Schmitt M., Müller J., Bonner J.
Untere Reihe v.l.n.r. Becking J., Wüstenfeld H., Morsch J. +


Meistermannschaft 1924/25

Meistermannschaft 1924-25

v.l.n.r. Bonner J., Pohl J., Daub F., Johänntgen P., Altmaier H., Wüstenfeld H., Spies J. +, Fontaine N. +,
Schuler H., Schröder A., Martin R.


Mannschaft 1925

Mannschaft 1925
v.l.n.r. Pohl J., Daub F., Johänntgen P., Spies J. +, Martin R., Ney J., Schuler H., Altmaier H., Bonner J., Riegler R., Trenz J.
im Hintergrund: Morsch K. +, Gergen G.


Spiel der Alten Herren im Jahre 1926 in Ensdorf gegen Fraulautern
Ensdorfer A. H. Spieler in gestreiftem Trikot

Alte Herren 1926
v. l. n. r. Wilhelm F., Gergen G., Schäffer G., Hollinger P., Petry F., Rupp N., Müller J.,
Hein A. +, Luxemburger H., Rupp H.

Mannschaft Spiel Pfingsten 23.05.1936 in Saarwellingen
Spiel in Saarwellingen Pfingsten (23.5.1926) Saarwellingen-FC Ensdorf 6:0


Mannschaft 1928

Mannschaft 1928
v. l. n. r. Pohl J., Schmitt A., Trenz J., Daub J., Osbild N., Ecker P., Reinstadler N.,
Daub F., Bommersbach A., Schober H., Martin R.


Freundschaftsspiele 1931 in Frankreich

Ostersonntag: Boorgard-Ensdorf 3: 3 Ostermontag: Hagodange-Ensdorf 6: 2

Frankreich 1931
obere Reihe v.l.n.r. Kneip P., Koch O., Eisenbarth N., Schmitt A., Osbild N., Ney P., Hoff J., Daub F.
untere Reihe v.l.n.r Müller J., Ney R., Bonner J.

gegneriche Mannschaft Frankreich 1931
Französischer Gastgeber mit der Mannschaft des FC Ensdorf


Für die neue Spielzeit 1926/27 wurde eine Auf­teilung der A-Klasse unseres Bezirks vorge­nommen. Im Bezirk 1 spielten die Vereine: Mettlach, Bous, Fraulautern, Nalbach, Ensdorf und Roden. Der Fußball-Club Ensdorf wurde auch im Laufe seiner 50jährigen Geschichte nicht von Krisen verschont. 1927 wurde der Verein durch eine Krise fast an den Rand des Ruins gebracht und im Jahre 1930 durch eine örtliche ungesunde Wirtschaftspolitik stark heimgesucht. Trotz all diesen Unbillen gelang es dem Fußball-Club im Spieljahre 1931/32 die Meisterschaft in der A-Klasse zu erreichen.

Meistermannschaft 1931/32

Meistermannschaft 1931/32
obere Reihe v.l.n.r. Bonner J., Kronenberger A., Bernhard J., Hoff J., Koch O., Ney J.
mittlere Reihe v.l.n.r. Schmitt A., Weiss R., Daub F., Urig F., Ney P.
untere Reihe v.l.n.r. Suffel J., Wolf J., Ecker P., Kronenberger J., Becker J.

Tabelle 1929/30 Tabelle 1934/35
Diefflen 
Saarlouis 
 Körprich 
Hülzweiler 
FC Ensdorf 
Saarwellingen 
Besseringen 
Nalbach 
Wallerfangen 
Griesborn 
 30:06
 25:11
 25:11
 24:12
 19:17
 19:17
 18:18
 10:26
 10:26
 01:36
Roden 
Bous 
Merzig  
Fraulautern 
FC Ensdorf 
Nalbach 
Bettingen 
Saarlouis 
Körprich 
Saarwellingen 
Pachten 
TV Ensdorf 
  41 Punkte
  27 Punkte
  27 Punkte
  24 Punkte
  24 Punkte
  23 Punkte
  22 Punkte
  17 Punkte
  17 Punkte
  17 Punkte
  16 Punkte
    6 Punkte

Nachdem 6 Jahre keine Meisterschaft mehr für den FC Ensdorf zu verzeichnen war, brachte uns das Spieljahr 1937/38 im letzten Verbands­spiel am Mittwoch, dem 18. Mai 1938 in Saar­wellingen vor 800 Zuschauern nicht den erhoff­ten Titel. Der Spielverlauf dieses so entschei­denden Spieles zeigte, daß die Spieler beider­seits sehr nervös waren, die Gastgeber aber auf ihrem heimischen Spielfeld den Vorteil auszu­nutzen wußten und uns mit 4 : 0 (Halbzeit 0 : 0) schlugen. Ensdorf war in diesem Spiel Favorit und ein Punktgewinn hätte die Meisterkrone bedeutet. Was in Saarwellingen nicht gelungen war konnte im Jahre 1938/39 vollzogen werden. Der Aufstieg in die Bezirksklasse wurde erreicht.

 

Pokalspiel 1937
Pokalspiel 1937  v.l.n.r. Kaiserslautern – FC Ensdorf in Ensdorf (4: 1 gewonnen)


Meistermannschaft 1938/39

Meisterschaftsmannschaft 1938/39
Die Meisterschaft wurde im Entscheidungsspiel
Ensdorf-Großrosseln in Völklingen (3: 1) errungen.
obere Rheihe v.l.n.r. Ney J., Louis J., Ecker J., Gabriel J. +, Gabriel V.,
mittlere Rheihe v.l.n.r. Gladel H., Weiß R. +, Martin R.,
untere Reihe v.l.n.r. Boch L., Burger L., Suffel J.

Die Aufnahme zeigt die Mannschaft. die in Pachten ein 0:1 erzielt hat, beim Entscheidungsspiel in Völklingen gegen Großrosseln wirkte Norb. Reinstadler mit und schoß 2 Tore für seine Mannschaft.

Am 1. September 1939 brach der 2. Weltkrieg aus und zerstörte mit einem Schlage das Vereinsgesche­hen. Alle wehrpflichtigen Spieler wurden ein­gezogen und die einheimische Bevölkerung mußte Haus und Hof verlassen. Das Spiel war aus und der Krieg forderte seinen Tribut. Eine Spielsaison 1939/40 verzeichnete man daher in unserem Bezirk nicht. Die Wiederbesiedlung er­folgte im Jahre 1940 es war aber nicht möglich einen geregelten Spielbetrieb aufzunehmen. So bildeten sich Kriegsnotgemeinschaften und die Spielsaison begann den Verhältnissen entspre­chend erst am 5. Oktober 1940. Die alte Klassen­einteilung gab es nicht mehr, es wurde eben ge­spielt um den Fußballsport aufrecht zu erhal­ten. Unter den Auswirkungen des Krieges hat­ten alle Vereine mehr oder weniger zu leiden, von einem geregelten sonntäglichen Spielver­kehr konnte nicht mehr die Rede sein. Nicht selten wurde wochenlang kein Spiel mehr aus­getragen und nicht selten kam es vor, daß zu dem angesetzten Spiel kein Schiri kam, da mitt­lerweile für ihn der Stellungsbefehl eingetrof­fen war. Das erste Spiel der Kriegsnotgemein­schaft wurde in Ensdorf ausgetragen gegen Dil­lingen, und wurde von uns 1 : 0 gewonnen. Der Tod hielt in den folgenden Kriegsjahren unter den Spielern und Mitglieder grausige Ernte und als das Kriegsende eintrat, mußte um den Bestand des Vereins gebangt werden. Der Spiel­betrieb kam im Jahre 1944 durch die 2. Evaku­ierung erneut zum völligen Stillstand.
Nach Kriegsende erfolgte nur sehr zögernd die Wiederbesiedlung unseres sehr stark zerstör­ten Heimatortes. An unserem Platze an der Saar wurden bereits im August 1945 die stärk­sten Kriegsschäden behoben und obwohl jeder unserer Anhänger die größten Sorgen mit sich selbst hatte, begann sich dennoch gleich dem Grün zwischen unseren Trümmern neues Ver­einsleben in unserer Gemeinde zu regen. Alle Not und alles Elend der Hungerjahre vermoch­ten den Lebenswillen nicht zu unterbinden und unserem Verein die Kraft zum Wiedererwachen zu rauben. So war es nicht verwunderlich, daß bereits im Herbst 1945 sich Männer fanden, die den Verein wieder aufleben ließen. Das erste Treffen fand in der Gaststätte Rudolf Both (Both's Eck) statt wo sich der Verein neu koordinierte. Als im Jahre 1946 die Verbandsrunde begann, war auf­grund seiner letzten Spielklasse vor Kriegsbe­ginn Ensdorf in die oberste saarländische Spiel­klasse berufen worden. Hier war guter Rat teuer, keine Bälle, keine Schuhe noch Spiel­kleidung. Aber wo die Not am größten, ist die Hilfe am nächsten. Viktor Gabriel holte den Ball, Trikots sowie Schuhe aus dem Versteck und wirklich zu Beginn der Verbandsrunde 1946/47 stand eine Mann­schaft auf dem Spielfeld an der Hall. Das Spiel an der Hall konnte beginnen, in den karglich hergerichteten Trümmern des Anwesens von Viktor Gabriel zogen sich Gastmannschaften, Heimmanschaften und Schiedsrichter um. Seine Frau Malchen, von allen Fußballern sehr verehrt, hatte ein offenes Ohr für alle, und wußte immer Rat.

Wahlspruch des Trainers NÄHLE, gef. in Ensdorf 1944
Meidet und schlichtet kleinlichen Streit – Ensdorf's Größe ist EINIGKEIT!


In den folgenden Jahren erlebte der FC Ensdorf den Höhepunkt in seiner 50jährigen Geschichte. Unsere Mannschaft zählte zu den spielstärksten Mannschaften der Saar und hatte den besten Innensturm in der Landesliga. Die Zuschauer strömten auf unseren Sportplatz und die Presse war voll des Lobes. Hier einige Auszüge aus Uberschriften in der Sportpresse: ,,Die Landes­liga steht Kopf, Meister Neunkirchen verlor in Ensdorf" (3 : 2) Zuschauer: 2000. ,,SVS (St. Jo­hann) strauchelt in Ensdorf" (3 : 2)" Martin drei­facher Torschütze", Sportfreunde Burbach -FC Ensdorf, ,,Ensdorfs gefürchtetes Innentrio, Ensdorf bisher beste Mannschaft in Homburg" (0 : 3), so könnte man Pressestimmen fortsetzen. In der Spielzeit vom Beginn der Spiele nach dem Kriege im Jahre 1946 bis zum Abstieg aus der Landesliga 1951 wurden folgende Spieler einge­setzt:
Schon Josef, Penner Hermann, Seiwert Franz, Motz Josef, Wolf Josef, Gabriel Viktor, Louis Josef, Martin Herbert, Weber Alois, Suffel Jo­hann, Willms Edmund, Becker Reinhold, Luxen­burger Ernst, Becking Hans, Eckel G., Faust Hel­mut, Zwer Erwin, Bonner Hans-Gerd, Görgen Reinhold, Kronenberger Ottmar, Wilhelmy Gerdi, Petry Alois, Baus Georg, Sahl Heinrich, Claus Robert, Amann Hermann, Gläsner Alfred, Nagel, Both Ludwig, Schmitt Rudi, Ewen Wal­ter, Schneider August
Im Jahre 1948 wurde unsere Mannschaft Herbst­meister, wie aus unten stehender Tabelle er­sichtlich ist.

 

 FC Ensdorf 13 36:06 20:6
Homburg 13 32:12 19:7
Völklingen 13 33:20 18:8
SV Saarbrücken 13 34:18 16:10
VfB Neunkirchen 11 44:14 15:7
Merschweiler 12 30:24 14:10
Burbach 13 31:27 13:13
Dudweiler 12 22:22 11:13
Pütlingen 13 24:32 11:15
Merzig 13 13:35 10:6
Brebach 12 23:30 09:15
FC Saarbrücken 13 29:52 09:17
Marpingen 13 23:53 05:20
Ludweiler 12 16:35 05:19

ansonsten waren wir meistens nach Beendi­gung der Meisterschaft unter den ersten Vier zu suchen und im Jahre 1950 gelang unserer Mannschaft der Weg ins Pokal-Endspiel. Dieses Spiel, welches gegen Burbach stattfinden sollte, gelangte wegen mißlichen Umständen nicht zur Austragung.
Bei einem Rückblick darf man bei den erfolgreichsten Jahren eines Vereins mit großem Stolz etwas länger verweilen, denn nicht nur gute Leistungen in den Verbands­spielen wurden erreicht, sondern der sehr rüh­rige Vorstand hat es verstanden große Gegner zu verpflichten, die alle mit Bravour bezwun­gen, bezw. denen alles abverlangt wurde. Die Mannschaft wurde in diesen Jahren von dem alten Fußballstrategen Norbert RheinstadtlerTrainer Norbert Reinstadler trainiert, zwischenzeitlich war der Sportlehrer Gutzmann für 1 Jahr als Trainer in Ensdorf tätig. Unsere Mannschaft stellte in den Jahren ihres Spitzenkönnens Spieler für Auswahlspiele ab, die unserem Verein qroße Ehre antaten. Im November 1949 stellt der FC Ensdorf für eine Saarlandauswahl, die 2 Spiele in Algier austrug, 2 Spieler ab, (Martin und Amann) beide Spie­lerFranz Schmitz schossen hier die entscheidenden Tore. Es fehlte auch nicht an Zugängen aus der Nachbar­schaft, die teilweise eine gute Rolle in unserer Mannschaft gespielt haben. Es wäre etwas ver­säumt, wenn man bei der Schilderung dieser so ruhmreichen Jahre einen Mann vergessen wür­de, der für alle Spieler der innere Halt gewe­sen ist, und der sehr dazu beigetragen hat, daß der Verein diesen Höhepunkt erreicht hat. Franz Schmitz, der stets bei der Mannschaft war und immer ein Trostpflästerchen für die Nöten aller Spieler hatte, der wieder aufmunterte, wenn mal eine Niederlage hingenommen wer­den mußte, der aber auch in der Zeit der Hungerjahre gerne ausgeholfen hat, damit die Spieler einige Kalorien zusätzlich erhalten konnten, um all die schweren Spiele zu über­stehen.


1. Mannschaft 1948

1. Mannschaft 1948
obere Reihe v.l.nr. Becker R., Louis J., Willelm E., Martin H., Becking H., Gabriel V., Eckel G., Pohl J. Betreuer: …………
untere Reihe knieend v.l.n.r. Wolf J., Seiwert F., Luxenburger E.

 


Mannschaft 1949

Mannschaft 1949

Becker R., Schmitt R., Weber A., Amann H., Martin H.,Seiwert F., Bonner H.G., Willms E., Schmitz A., Sahl H., Louis J.

Die Platzverhältnisse an der Hall entsprachen nun nicht mehr unserem Spielniveau und auf Drängen des Verbandes und unermüdlichem Einsatz des Vorstandes konnte bei der Gemein­de der Neubau eines Sportplatzes am Schwimm­bad erreicht werden. Hochwasserschäden und unzureichende Ausmaße drohten die Einstel­lung des Spielbetriebes auf unserem alten Sportplatz, auf dem der FC Ensdorf manch schö­nes Spiel ausgetragen hatte. Mit großer Eigen­leistung und unermüdlichem Schaffensdrang gelang die Fertigstellung des Platzes im Jahre 1948. Mit einer Sportwerbewoche in der Zeit vom 16. bis 23. Mai 1948 wurde die Platzeinwei­hung vollzogen. Hochwürden Herr Pastor Prof. Dr. Goergen konnte nach einem Festgottesdienst die Einsegnung des Platzes vornehmen, wo am Nachmittag vor einer großen Zuschauerkulisse ein Spiel gegen die Profimannschaft von Nancy stattfand, welches vom FC Ensdorf mit 1 : 0 ge­wonnen wurde, das Siegestor schoß Herbert Martin.

Gottesdienst

Festzug zum Gottesdienst (im Hintergrund unser zerstörtes derzeitiges Vereinslokal Sportklause)

Pastor Prof. Dr. Goergen bei der Platzeinsegnung

Pastor Prof. Dr. Goergen bei der Platzeinsegnung


Mannschaft 1949/50

Mannschaft 1948/50
obere Reihe v.i.n.r. Claus R., Bonner H.-G., Amann H., Willms E., Martin H., Schmitt R.,
untere Reihe v.l.n.r. Weber A., Wolf J., Seiwert F., Louis J., Becking H.

Nach Höhen erfolgen bekanntlich Tiefen. Nach­dem wir unseren besten Spieler Martin Herbert an die Vertragsspielermannschaft des 1. FC Saarbrücken abgegeben hatten, fehlte etwas in unserem Innensturm. Mit dem Weggang dieses hochtalentierten Spielers hatten wir den Mann verloren, der für die Mannschaft alles bedeu­tete. Hinzu kamen weitere Ausfälle durch Ver­letzungen und Krankheiten und der Tabellen­stand 1950/51 hatte folgendes Gesicht:

 

FCS Amateure 26 81:38 39:13
Merschweiler 26 55:41 33:19
St. Ingbert 26 58:45 33:19
Völklingen 26 45:40 30:22
Hühnerfeld 26 55:47 29:33
SV Saar 05 26 62:52 28:24
Homburg 26 36:42 27:25
Dudweiler 26 64:47 26:26
VfB Neunk. Amat. 26 50:39 26:26
Burbach 26 47:49 26:26
Mittelbexbach 26 47:47 25:27
Altenkessel 26 37:60 17:35
FC Ensdorf 26 33:82 13:39
Friedrichsthal 26 37:87 12:40

 

Der Abstieg in die Bezirksklasse mußte, so schmerzlich er auch war, hingenommen werden. Die üblichen Erscheinungen eines Abstieges gingen auch nicht spurlos an dem FC vorbei, aber mit äußerster Fairnis und großer Kamerad­schaft wurden die nachfolgenden Jahre gemei­stert.  Der FC Ensdorf resigniert nicht nach dem Rück­schlag im Jahre 1951 und wird immer ver­suchen, die Spitzenklasse der Amateure zu er­reichen.

 

Zwar ist der Aufstieg in die Landesliga bis heute noch nicht gelungen, aber unsere Mannschaften haben nichts an Können und Sportlichkeit eingebüßt. An dieser Stelle darf es nicht versäumt werden, den treuen Spielern der Ib Mannschaft zu bescheinigen, daß ohne ihr Durchhalten der Bestand der 1. Mannschaft manchmal gefährdet gewesen wäre. Diese Mannschaft konnte sogar im Jahre 1952/53 Mei­ster der Bezirksklasse werden.
Noch einmal rüstete der Verein im Jahre 1952 zu einem großen Feste, galt es doch, unser 40- jähriges Vereinsjubiläum feierlich zu begehen. In der Zeit vom 2. bis 10. August 1952 konnte unter Anteilnahme der gesamten Ensdorfer Be­völkerung dieses Fest in wirklich würdiger Form begangen werden. Internationale Freund­schaftsspiele waren der Höhepunkt dieses Festes, an dem Mannschaften aus Luxembourg, Frankreich und Deutschland teilnahmen. Alle umliegenden Vereine hatten sich mit ihren Mannschaften am Fußballwettstreit beteiligt und das Fest konnte nach dem Abschluß als sehr gelungen bezeichnet werden.

 


Mannschaft im 40jährigen Jubiläumsjahr (1952)

Mannschaft im 40jährigen Jubiläumsjahr (1952)
v,l.n.r. Trainer: Rheinstadler, Schmitz, Speicher, Kronenberger, Bonner, Schmidt, Bek­ker, Motz, Petry,
Louis, Amann A., Weber, Amann H., Mannchafts­betreuer: , Bonner O.


Wer die Jugend hat, hat die Zukunft

Bei Verfassung der Vereinschronik, darf natur­gemäß die Jugend nicht fehlen, leider sind Er­mittlungen über frühere Jugendmannschaften erfolglos geblieben. Unser Nachbarverein Roden hat in seiner Festschrift zum 50jährigen Vereinsjubiläum erstmalig die Jugendmann­schaft von Ensdorf erwähnt. Hier ist ein Spiel aufgezeichnet aus dem Jahre 1926 gegen die Jugendmannschaft von Roden, Ergebnis 1 : 1. Leider fehlen weitere Angaben, so daß ein wirklicher Bericht erst von der Zeit nach dem Kriege 1939 – 1945 gegeben werden kann. Viktor GabrielWenn über diese Zeit berichtet wird, darf man nicht versäumen von dem Mann zu schreiben, der sich voll und ganz der Jugend verschrieben hat.
Nach 1945 wurde erstmalig mit einer intensiven Jugendarbeit begonnen. Wer konnte dies in unserm Verein überhaupt bewerkstelligen. Viktor Gabriel, seit dem 27. 9. 1928 aktiver Fußballspieler hat in den Reihen des FC Ens­dorf über 1000 Spiele getätigt und hatte es sich nachdem er· selbst die Fußballschuhe ausgezo­gen hatte zur Aufgabe gestellt, den Jugendnach­wuchs zu fördern und zu brauchbaren Nach­wuchsspielern zu formen.
Die Erfolge blieben nicht aus. Im Jahre 1952/53 wurden unsere Schüler Saarlandmeister. Die selbe Mannschaft gewann den Tersac-Pokal im Endspiel gegen Wallerfangen mit dem Ergeb­nis 1 : 0 Tore.
Die Schülerlandesmeisterschaft unter Obhut des Jugendleiters Schröder August wurde im End­spiel gegen Neunkirchen in Burbach mit 2 : 1 Toren gewonnen. Im darauffolgenden Jahre verlor dieselbe Mannschaft als B-Jugend das Vorentscheidungsspiel um den Saarlandmeister gegen den 1. FC Saarbrücken mit O : 1 Tore in Völklingen.
Im Jahre 1962 stand erneut eine Jugendmann­schaft des FC Ensdorf im Endspiel um die Saarlandmeisterschaft, diesesmal war es die A-Jugend, die in Saarbrücken gegen Bliesrans­bach eine unverdiente Niederlage mit 1 : 3 Toren hinnehmen mußte. Am darauffolgenden Spielsonntag kreuzten beide Mannschaften er­neut die Klingen, Bliesransbach war in Ensdorf zu einem Freundschaftsspiel angetreten und verlor mit 7 : 0 Tore entscheidend. Der Bessere hatte nicht die Landesmeisterschaft errungen, wohl der Glücklichere. Aber Fußball ist mit viel Glück verbunden und unsere Jugend hat den Verlust mit Stolz getragen.

Der FC Ensdorf wird sein besonderes Augen­merk auch in der Zukunft seiner Jugend wid­men, denn sie ist der Jungborn und die Zukunft des Vereins.

  Viktor Gabriel
Jugendleiter
 
Saarlandmeister Schüler 1952/53

Saarlandmeister 1952/53
obere Reihe v.l.n.r. Andres A., Urig H., Gabriel H., Schmitz F., Rupp K., Speicher W., Schon K., Schröder A.
untere Reihe v.l.n.r. Schröder H., Jennewein G., Altmaier B., Spies W., Spies R.


1. Mannschaft – Vorrunde 1961/62

1. Mannschaft - Vorrunde 1961/62
obere Reihe v.l.n.r. Eisenbarth J., Both J., Pistorius, Wilhelmy G., Diedrich G., Kronenberger O. (Betreuer), Altmeyer H.
untere Reihe v.l.n.r. Gabriel G., Weiss L., Pfeifer H.,  Schröder M., Mathieu A.


1. Mannschaft in der Rückrunde 1961/62 stark verjüngt

1. Mannschaft in der 2. Runde 1961/62 stark verjüngt
v.l.n.r. Wilhelmy G., Both J., Mathieu A., Käfer G., Arens A., Altmaier H., Gabriel H., Schröder M. 
Eisenbarth J., Rupp H., Gabriel G.


2. Mannschaft 1961/62

2. Mannschaft
obere Reihe v.l.n.r. Jostock, Hiery, Käfer, Schwarz, Weimer, Schröder (Betreuer)
sitzd.: Schröder, Schwarz H., Kneip J., Stürmer, Rupp, Kneip E.


II. Amateurliga West
Schlußtabellen der 2. Amateurliga West 1961/62

1. Mannschaften 2. Manschaften
Diefflen 26 68:30 38
Saarwellingen 26 57:32 38
Brebach 26 55:34 33
Hostenbach 26 59:43 32
Großrosseln 26 40:29 30
FC Ensdorf 26 43:42 28
Saarlouis 26 42:42 27
Völklingen 26 39:44 25
Weiskirchen 26 56:52 24
Riegelsberg 26 43:47 24
Kleinblittersdorf 25 38:58 24
Altenkessel 26 36:67 16
Hüttersdorf 26 41:70 14
Bettingen 26 43:61 11
Saarlouis 26 84:49 39
Riegelsberg 26 85:47 36
Diefflen 26 82:40 35
FC Ensdorf 26 64:55 28
Großrosseln 26 62:57 28
Völklingen 26 57:53 27
Brebach 26 51:58 27
Hostenbach 26 46:53 26
Altenkessel 26 67:60 25
Hüttersdorf 26 61:62 25
Bettingen 26 44:62 21
Saarwellingen 26 43:79 19
Weiskirchen 26 25:56 15
Kleinblittersdorf 26 41:81 13

A-Jugend Vizesaarlandmeister 1960/61

A-Jugend im Endspiel um die Saarlandmeisterschaft
v.l.n.r. Basenach H., Thiel H.-W., Andres K., Biewer U., Rupp H., Wichmann D., Arenz A., Christoffel B., Balthasar Hel., Balthasar Her., Neusüs L. – Jugendleiter Gabriel V.


Meistermannschaft 1952/53 Mannschaft 1B


Schüler-Mannschaft 1960/61

Schüler Mannschaft
v.l.n.r. Luxenburger, Seer, Zwer, Becker E., Motz, Mayan, Kowalczyk, Martin, Volz, Steiner, Becker Fr.


Knaben-Mannschaft 1960/61

Knaben Mannschaft
von li. nach re.: Schon J., Schill J., Jugendleiter Gabriel, Schröder F., Weiß W.,  Lacour P., Mayan G. Gersing P.


Unsere Schiedsrichter

Unsere Schiedsrichter
Becker Mathias, Josef Reinhold, Gabriel Heinrich, Heinz Dieter


Tersac-Pokal

Tersac Pokal

Es ist eine alte Fußballweisheit, daß Pokalspiele ihren eigenen Charakter haben, ganz gleich, auf welcher Ebene sie ausgetragen werden. Und dabei spielt es auch gar keine Rolle, ob sie nationale oder internationale Einrichtungen sind. Die nationalen haben hierzulande jedoch den Nachteil eines großen Desinteresse in Pub­likumskreisen. Ihnen fehlt angeblich die not­wendige Würze sind scheinbar Diätkost auf der fußballerischen Speisekarte. Ausnahmen gibt es da, aber diese bestätigen nur die Regel.
Diese rühmliche Ausnahme kann der 6 Jahre nacheinander ausgetragenen Tersac-Pokal­runde nachgesagt werden, die in spielerischer und finanzieller Hinsicht für alle Beteiligten ein großer Erfolg war. Die spielarme Zeit nach der Verbandsrunde lastete auf allen Vereinen an der Saar und so wurde in den Reihen des FC Ensdorf der Gedanke geboren eine Pokalrunde zu starten. Eine Vorsprache bei dem damaligen französischen Consul Pierre TERSAC erbrachte ein gutes Ergebnis, nicht nur die Stiftung eines schönen Pokals, sondern auch weitere Unter­stützung wurde der Pokalrunde zugesagt. Die Stadt Saarlouis und Dillingen erklärten sich bereit ebenfalls einen Pokal zu stiften und woll­ten erheblich zum Gelingen der Pokalrunde im gesamtenPiere Tersac Kreisgebiet beitragen. Nach dem ausgehandelten Spielmodus mußten die Vereine der Landesliga und Bezirksklasse zu den Mannschaften der unteren Spielklassen, die Spieleinnahmen wurden geteilt. Mit den er­sten Mannschaften kämpften alle unteren akti­ven Mannschaften, alle Jugend- und Schüler­mannschaften sowie alle 1B-Mannschaften je­weils um einen von Consul Tersac gestifteten Pokal. Um die Pokalsieger zu ermitteln mußten 503 Spiele ausgetragen werden.
Im ersten Pokaljahr 1950 ging im Endspiel am 26.12.1950 auf Sportplatz Choisy vor einer gro­ßen Zuschauerkulisse gegen den SSV Saar­louis der Tersac-Pokal an den FC Ensdorf. Am 26. 12. 1951 stand der FC Ensdorf erneut auf dem Choisy im Endspiel, gegen den VfB Dil­lingen und konnte zum zweiten mal den Pokal gewinnen. 1952 gestaltete sich die Endrunde um den Pokal sehr tragisch, denn die 1B-Mannschaft von SV09 Fraulautern entwickelte sich zum Pokalschreck. Alle anfallenden Spiele wurden mit großem Einsatz und vor allen Dingen einer außerge­wöhnlichen Kameradschaft gewonnen. Von den Gruppenspielen konnten die tapferen Nach­barn folgende Spiele gewinnen: VfB Dillingen 4 : 1, FV 07 Diefflen 4 : 2. Im Endspiel, welches erwartungsgemäß der Höhepunkt der Runde werden würde, verloren die Nachbarn gegen unsere 1. Mannschaft mit 4 : 1 und somit hatten wir den Pokal 3 mal hintereinander gewonnen und nach den Pokalbestimungen ging derselbe in unseren Besitz über.
Da an der Tersac-Pokalrunde alle Mannschaften unseres Vereins teilnahmen waren mehrere Pokalgewinne zu verzeichnen. 1953 Gewinner des Schüler-Tersac-Pokals der FC Ensdorf. 1953 Gewinner der AH-Mannschaften der FC Ensdorf 1954. Gewinner des Tersac-Pokals der 1 Mann­schaften der FC Ensdorf 1955. Gewinner des Schüler-Tersac-Pokals der FC Ensdorf. In den Jahren 1953/54/55 gewann die 1. Mann­schaft von SV 09 Fraulautern den erneut gestif­teten Pokal.
Die Pokalrunde belebte das Spielgeschehen im gesamten Kreisgebiet, ihr Ausgangspunkt war, wie bereits erwähnt der FC Ensdorf. Leiter die­ser Runde war während ihres Bestehens der Geschäftsführer des FC Ensdorf Werner Martin. Consul Tersac ist durch diese Runde dem FC Ensdorf näher getreten und entwickelte sich in den weiteren Jahren als der große Freund un­seres Vereins. Seine offene Hand und seine persönliche Hingabe an unseren Verein hat dem Verein viel Nutzen gebracht. Der ehe­malige Attache Roger Hamm der seitens des französischen Consulats für die Pokalrunde ver­antwortlich zeichnete, scheute es nicht, in den Reihen unserer AH-Mannschaft mitzuwirken. Ein weiterer prominenter Gast als Mitspieler in unserer AH-Mannschaft war der ehemalige französische Grubendirektor Jean Toure, der als eifriger Sportler mit dazu beitrug den Ter­sac-Pokal zu gewinnen. Consul Tersac wurde im Jahre 1951 durch den saarländischen Landessportverband für seine tatkräftige Unterstützung des Sportes an der unteren Saar mit der silbernen Ehrennadel aus­gezeichnet.


Der Fussballclub im Ausland

Der Fussballclub im AUsland

Österreich

Über die Landesgrenzen hinaus war die Spiel­kultur unseres Vereins bekannt und es fehlte daher nicht an Angeboten namhafter Vereine, die eine Spielverpflichtung unserer Aktiven gern entgegen sagen.
Die erste große Reise unternahm eine Gruppe von Spielern unseres Vereins unter Führung des Trainers Norbert Reinstadtler und Be­treuers Oswald Bonner in der Zeit vom 23. Mai bis zum 1. Juni 1950 nach Österreich. Mit der Eisenbahn ging die Fahrt über Strasbourg, Mülhausen, Basel, Zürich bis zur Landes­grenze in Österreich bei Buchs. Der Vorarlberg­expreß brachte die Expedition über Innsbruck, Kitzbühel, Zell am See, Salzburg nach Linz. Von hier erfolgte die Weiterfahrt mit einem Omnibus in Begleitung unserer Gastgeber zu der ältesten Stadt in Österreich, nach Enns. Nach Begrüßung im Rathaus durch die Stadt und im Hotel 3 Mohren durch den Sportclub Enns wurden die angewiesenen Quartiere be­zogen. Der nachfolgende Tag führte uns zum größten Stauwerk von Österreich in Großram­ming, welches unter der kundigen Führung eines leitenden Ingenieurs besichtigt wurde. Am selben Abend fand das erste Spiel statt gegen den SV Großramming, welches wir über­zeugend mit 6 : 1 Toren gewannen. Der zweite Tag bescherte uns eine Anzahl Besichtigungen von denen die schönste das St. Florian Stift waren. Hier war die Geburts- und Wirkungs­stätte des großen österreichischen Tondichters Anton Bruckner (1824 -1896) Schöpfer der großartigsten Symphonien seit Beethoven. Hier im St. Florian-Stift wirkte der Komponist lange Zeit als Organist. Die Stiftskirche mit der weltberühmten Bruckner-Orgel die 12 000 Pfei­fen aufweist, den Papst-, Kaiser- und Herzogsaal, sowie den Marmorsaal konnten wir unter der Führung  des Vereinspräsidenten von Enns ausführlich besichtigen. Mit der Besichtigung und Besteigung des 68 m hohen Stadtturmes wurde der Streifzug durch die älteste Stadt Österreichs beendet. Das zweite Spiel in Österreich wurde gegen den Sportclub Enns vor einer großen Zuschauerkulisse ausgetragen und von unserer Mannschaft nach schönem Spiel mit 3 : 2 Toren gewonnen. Am darauf fol­genden Tage mußten unsere Akteure erneut antreten und zwar gegen den sehr starken Sportverein Sparta Linz. Trotz großartiger Mannschaftsleistung unserer Aktiven wurde das Spiel von dem Gegner mit 3 : 2 Toren ge­wonnen. Bester Ensdorfer Spieler war Halb­stürmer Martin, in der Verteidigung Louis und Wolf. Nach Enns zurück gekehrt wurde unsere Mannschaft mit Geschenken überhäuft und von der gesamten Bevölkerung am nächsten Tage verabschiedet. Das größte und schönste Erleb­nis dieser Fahrt erfuhren wir auf der Heimreise als wir das Salzkammergut durchfuhren und hierbei den Wolfgangsee, den Mondsee, den See Trauenstein und den schwarzen See erleb­ten. In schönster Harmonie fand der letzte Tag in Österreich mit einem Besuch im Weißen Röss'l seinen Abschluß.


Frankreich

Am 23. Mai 1953 ging eine Gruppe aktiver Spieler auf Reisen. Es galt einen Freundschafts­besuch der im Jahre 1952 in Ensdorf weilenden Spieler aus Paris-Ezanville zu erwidern. Mit 2 Volkswagenbussen, gesteuert von den Vor­standsmitgliedern John und Bonner und dem Privatwagen des Attache Roger Hamm, der als Reiseleiter fungierte ging die Fahrt über Metz, Chalon sur Marne, Meaux nach Paris. Be­reits in den Mittagstunden erkannten wir das Wahrzeichen von Paris, den Eifelturm. Die Fahrt führte am Flugplatz Le Bourget vorbei und an der Stadtgrenze von Paris-Ezanville stand bereits eine Eskorte von motorisierten Fahrzeugen, die unserem Konvoi unter freu­digem Winken und Zurufen das Geleit gaben bis zum Rathaus. Hier wurden wir von der ge­geschlossenen Sportfamilie erwartet und äußerst herzlich begrüßt. Trotz Sprachschwie­rigkeiten bestand sofort das beste Einverneh­men und die Verteilung auf die Quartiere war mustergültig gelöst und allerseits gab es nur ein Lob über die herzliche Aufnahme. Am Abend trafen wir uns mit unseren Sportfreun­den aus Ezanville im Vereinslokal, hier konn­ten wir feststellen, daß unsere im Vorjahre überreichte Grubenlampe unter all den Pokalen wirklich den Ehrenplatz inne hatte.
Pfingstsonntag erfolgte nach geschlossenem Kirchgang ein Empfang im Rathaus der Stadt, wo uns der Bürgermeister und der gesamte Stadtrat, an der Spitze die 82jährige Abgeord­nete Madame Dubois herzlich willkommen hieß. Es wurde jeder Spieler und Reiseteilnehmer einzeln vorgestellt und nach Begrüßung ein Umtrunk gereicht. Der Bürgermeister konnte als Gast den Vertreter der Regierung und den Botschaftsrat Herz als Vertreter der saarländischen Bot­schaft begrüßen, er wünschte dem FC Ensdorf schöne und erfolgreiche Tage. Der Sportverein Ezanville überreichte als Erinnerungsgabe einen vergoldeten Pokal besonderer Prägung.FC Ensdorf und Ezanville
Am Nachmittag fand im Beisein der behörlichen Spitzen, der saarländischen Botschaft und einer großen Anzahl von Zuschauern das erste Pokalspiel statt. Ensdorf hatte durch das Los den Gast­geber als ersten Gegner gezogen. Ungewohnt der französischen Küche, die einen Zeitplan von 3-4 Stunden aufzuweisen hatte, waren die Reiseteilnehmer der Ansicht, man müsse sich bei jedem Gang satt essen. Wie die Beweglich­keit auf dem grünen Rasen danach aussah ist jedem verständlich. Unsere Mannschaft tat sich sehr schwer und konnte mit großer Mühe das Spiel 2 : 1 für sich entscheiden und am nächsten Tag ins Endspiel steigen. Der Pfingsmontag sah nach dem Kirchgang die Reiseteilnehmer im Kreise ihrer Quartiersleute, die den restlichen Vormittag dazu benutzten ihren Gästen die umliegenden Schlösser und Sehenswürdigkei­ten zu zeigen. Am Nachmittag erfolgte die Aus­tragung des Endspieles. Unser Gegner war die gute Mannschaft von Epiney, die am Vortage in großem Spiel mit 7 : 1 ihren Gegner bezwang. Die Spieler verfielen dieses mal nicht mehr in den Fehler der Unmäßigkeit und gin­gen bedeutend wendiger auf den schönen Ra­sen. Unter erstklassiger Schiedsrichterleistung steigerte sich unsere Mannschaft von Spiel­minute zu Spielminute und konnte den Gegner mit einem eindeutigen Ergebnis 5 : 0 Tore schla­gen und den wertvollen Pokal der Stadt gewin­nen. Unsere spielerische Leistung ist als außer­gewöhnlich gut zu bezeichnen, das begeisterte Publikum war vom Anpfiff an auf unserer Seite und der nicht zu schlagende Tormann Motz wur­de von einer begeisterten Menschenmenge in seinem Tor umlagert. Für uns war dieser Sieg ein großer Erfolg, war er doch im internatio­nalen Treffen erzielt worden.
Der Gegner gratulierte nach dem Schlußpfiff als erster und die Gratulation kam von Herzen, denn sie waren einem groß spielenden Team unterlegen. Der Bürgermeister der Stadt über­reichte an Ort und Stelle den wertvollen Pokal der gleichzeitig mit Champagner gefüllt wurde. Am Abend versammelten sich nochmals alle Sportler mit ihren Quartiersleuten im großen Rathaussaal, wo eine Tanzkapelle flotte Melo­dien spielte. Hier waren wir Gäste der Stadt und alle Getränke und Speisen, soweit sie von uns bestellt wurden, waren kostenlos. Bis in die Morgenstunden wurde getanzt und die Freundschaft begossen. Nachdem am folgenden Morgen jeder Reiseteilnehmer seiner Quar­tierswirtin ein Blumengebinde als Dank für die gute Bewirtung überreicht hatte, wurde weh­mütig von diesem gastlichen Ort Abschied ge­nommen. Die Seinemetropole war das Ziel die­ses Tages. Der Abend war für uns reserviert in der saarländischen Botschaft, wo uns der Botschafter be­grüßte und uns die besten Sachen offerierte.
Speise und Trank waren vorzüglich und reich­lich. Den Rest des Abends benutzte die Reise­gesellschaft um einen Bummel durch die schön­ste Straße der Welt zu machen. Die Champs-Élysées zeigte sich in vollem Lichterglanz und die Augen hatten nicht genug Raum um alle dieses Schöne zu erfassen. Erschöpft und müde fielen wir an diesem Abend von dem Klima die­ser Weltstadt berührt ins Bett. Der folgende Tag umfaßte die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt und schloß mit einer Besteigung des Eifel­turms. Am Abend besuchten wir das weltbe­kannte Folies Bergere, die Freunde aus Ezan­ville hatten hier für uns rechtzeitig Karten be­stellt. Der Ablauf der Revue begeisterte alle Teilnehmer und wird unvergeßlich bleiben. Der Donnerstag galt der Besichtigung des Schlosses von Versailles und einem Empfang des 80 jährigen Generals Andlauer, der in Versailles der Reisegesellschaft ein großartiges Menue bot. Die Überreichung einer Grubenlampe an denLuxembourg - Mühlrad im Park des Hotel Simmerschmelz Gastgeber löste viel Freude aus. Die Stra­pazen der Großstadt machten sich sehr bemerk­bar, denn das für diesen Abend angesetzte Spiel in Courneuve verloren wir mit 3 : 1 Toren. Der Freitag bedeutete Abschied von dieser schönen Stadt und Weiterfahrt über Reims nach Arlon in Belgien. Die belgische Grenze passierend er­reichten wir am Abend das Endziel „Hotel Sim­merschmelz". Ein romantisches Kurhotel, umge­ben von Forellenteichen und Wäldern nahm uns mit seiner ausgiebigen und vorzüglichen Küche in Empfang. Nach einem guten und reich­lichen Abendessen wurde der wohlverdienten Ruhe gefröhnt, und sehr lange geschlafen. Am Samstag mußten wir ein Rückspiel bestreiten in der Stadt Luxemburg gegen den Landesmei­ster Spora, die uns mit 4 : 0 besiegten. Der Sonntag brachte einen Omnibus voll Ange­hörige aus Ensdorf und nach gemeinsamem Mittagessen wurde am Spätnachmittag die Heimreise angetreten. Die Tage der Erholung im Hotel Simmerschmelz im schönen Eichtal gelegen beschlossen eine wunderschöne Fahrt zu unseren westlichen Nachbarn, bei denen wir gute und freundliche Aufnahme fanden.


Fußball-Club Ensdorf unter südlicher Sonne

Das Jahr 1955 sah die Spieler unseres Vereins erneut auf großer Fahrt. Es war die größte Reise die der FC Ensdorf während seines Bestehens durchgeführt hat. Ausgerüstet mit Zelten von der französischen Botschaft und Betten der saarländischen Polizei begann die Reise mit einem Omnibus der Fa. Ernst Demmerle, am Steuer ein guter Fahrer Louis Bingert.  Pfingstsamstag in der Früh begaben wir uns über Metz nach Paris. Hier bestritten wir über Pfingsten gemeinsam mit unserem Nachbarverein Fraulautern ein internationales Fußballturnier. Ezanville, alte Freunde gaben uns beim Empfang einen großen Bahnhof und übten wie im Jahre 1953 herzliche Freundschaft. Am ersten Spieltag gewann Fraulautern gegen Biancour 3 : 2 und Ensdorf verlor gegen die starken Gastgeber mit 5 : 2 Toren.von li. nach re.: Martin, Schütz, Wilhelmy, Hiery, Kronenberger, Puff, Mathieu, Eisenbarth, Becker, Gabriel, knieend: Schmitt, Petry, Rupp Gerh., Hein, Trenz
Am 2. Tag gewann Fraulautern das Endspiel gegen Ezanville mit 2 : 1 Toren und unsere Mannschaft konnte Biancour mit 4 : 1 Toren besiegen. Eine AH-Mannschaft, zusammengestellt aus den Reisebegleitern beider saarländischen Vereine und unserem Omnibusfahrer Louis, bestritt noch ein schönes Spiel gegen die AH-Mannschaft von Ezanville. Nach altbewährter Gastfreundschaft und herzlichen Abschiednehmens begann am 31. Mai 1955 die Weiterfahrt in die Seinemetropole, die an diesem Tage ausgiebig besichtigt wurde. Bei schönstem Sonnenschein in einem gemütlichen Omnibus, bei einer ausgezeichneten Kameradschaft ließ sich gut Reisen. Uber Versailles ging die Fahrt über Chartres, wo die weltberühmten Kirchenfenster bewundert wurden, nach Tours. Der hl. Martin hat in dieser schönen Basilika seine letzte Ruhestätte gefunden. Das Loiretal mit seinen wunderschönen Renaissanceschlössern lud uns ein zum Verweilen. Die schönsten Loireschlösser, Villandry und Azay le Rideau ließen wir uns nicht entgehen und waren erstaunt über die herrlichen landschaftlichen Reize und schönen Anlagen die diese Schlösser umgaben. Unser Tagesziel war Angouleme, welches wir nach passieren von Poitiers am Abend erreichten. Zum ersten male wurden die Zelte aufgeschlagen und zum ersten male wurde die eigene Kochkunst geprobt. Ein gemütliches Beisammensein mit dem heimischen Bordeauxwein beschloß spät in der Nacht den ersten Campingtag.


In der Frühe des nächsten Tages wurde der Weingeist mit einer kalten Dusche und einem kurzen Frühsport vertrieben. Schnell waren die Zelte verpackt und die Reise konnte weiter­gehn. In Bordeaux wurde gefrühstückt und der Hafen besichtigt. Ein Teil der Reiseteilnehmer hatte noch nie einen Hafen gesehen, hier lagen eine Menge großer Pötte, so daß wir Gelegen­heit hatten uns das Treiben in einem Hafen gründlich anzusehen. Die Zeit drängte, wollten wir doch an diesem Tage den Atlantischen Ozean erreichen. Durch 180 km Pinienwälder bei glüender Hitze ging die Fahrt nach Bayonne. Kurze Zeit später hatten wir Biarritz, den Welt­berühmten Badeort erreicht. Hier erblickten wir zum ersten mal den großen Ozean, der sich mit einer Flut uns vorstellte, die die Wel­len haushoch schleuderte. Unsere Zelte bauten wir in St. Jean de Luz, direkt am Meer auf. Hier wurde sich häuslich eingerichtet, denn die Reisegesellschaft sollte einige Tage verweilen. Es kamen Tage der Erholsamkeit und Tage großer Freude. Gemeinsam wurden Fahrten un­ternommen und die Schönheiten und Eigenar­ten des Baskenlandes besehen. An die spa­nische Grenze führte uns der Weg und die Tunfischer in St. Jean de Luz konnten wir beim Entladen ihres großen Fanges bewundern. Un­vergeßliche Eindrücke in einem anderen Land und unter anderen Menschen aufgefangen, be­schäftigten uns sehr und bald hatten wir, dank unserer großen Gesangskunst mit den baski­schen Fischern Freundschaft geschlossen. Das einsame Glöcklein, gesungen von unserem Sänger Günther Rode, gesummt von der übri­gen Reisegesellschaft, fand Kochgemeinschaft Hein, Schmitt, Schlichter, Wilhelmy, Eisenbarthüberall großen Bei­fall und eine offene Hand. Manchen Schluck ohne Entgelt hat der Sänger uns ersungen und viel Freude haben wir mit unserem Gesang ausgelöst. Auf dem Campinplatz machten die Kochkünste große Fortschritte. Kochgemein­schaften hatten sich geblidet und das Braten und Kochen machte viel Spaß. Reiseleiter Wer­ner Martin war als Begutachter sehr streng in der Beurteilung der Speisen und manchen Spaß löste die Herstellung der Gerichte aus. Becker Berthold entpuppte sich als Kochkünslter, vor allen Dingen als Spezialist in der Herstellung von Suppen. Mancher Berufskoch wäre erblaßt bei solch erlesenen Gerichten. Wenn auch der gekochte Pudding so hart war, daß er mit dem Spaten geteilt werden mußte und wenn die Suppe zu dünn geraten war, daß sie mit der Tasse getrunken werden mußte, geschmeckt hat es vorzüglich und die Ausgelassenheit war unbeschreiblich. Der Golf von Biscaya lud uns zum Baden ein, wovon reichlich Gebrauch ge­macht wurde. Ein Teil der Spieler leistete einem einheimischen Fischer während der lauwarmen Nacht Gesellschaft und wartete mit ihm gedul­dig auf den gute Fang. Die saarländischen Ziga­retten wechselten mit dem Fischer den Besitzer und es bahnte sich eine kleine Freundschaft an. Das Versprechen uns seinen ersten Fang zu schenken konnte er nicht wahr machen, denn der Petrijünger hatte trotz unserer guten Wün­sche kein Glück. Am 4. Juni 1955 mußte leider Abschied genom­men werden von unserem schönen Campinplatz am Atlantik und die Fahrt ging durch die Pyre­näen über die Bischofsstadt Tarbes nach dem weltbekannten Wallfahrtsort Lourdes. Unsere Zelte errichteten wir neben dem Rugby-Stadion der Stadt. DieLourdes: Gabriel Viktor im Gespräch mit dem Hochw. Herrn Bischof von Limburg in Holland. gesamte Reisegesellschaft be­suchte noch am selben Tage die Gnadenstätte von Lourdes und war sehr ergriffen von dem hier erlebten. Bei der Besichtigung der Anlagen wurden wir von dem Bischof von Limburg in Holland angesprochen, der sich sehr freute über unser Vorhaben, ein Fußballspiel auszutragen, dessen Reinerlös für die Gestaltung der Grotte sein sollte. Viktor Gabriel gab dem hohen Wür­denträger Auskunft über unsere Herkunft und der hochwürdige Herr Bischof erteilte allen Teilneh­mern seinen Segen. Am Abend nahmen wir an der Lichterprozession teil, die Menschen aus aller Welt versammelte. Wir hatten uns von dieser Gnadenstätte viel versprochen aber un­sere Erwartungen wurden weit übertroffen. Am nächsten Morgen fungierten einige Spieler als Messdiener, da auf unserem Campingplatz ein deutscher Geistlicher weilte, erbat er sich die­selben. Am 5. Juni 1955 fand dann das festge­setzte Freundschaftsspiel gegen die 1. Mann­schaft von Lourdes statt. Nach Aussagen aller Beteiligten war dieses Spiel, welches wir mit 2 : 0 Toren gewannen, weitaus das schönste Spiel, welches jemals von einer Ensdorfer Mannschaft ausgetragen wurde. Fallrückzieher und sonstige Kunststückchen gelangen auf dem herrlichen Rasen.

2 Kopfballtore wurden erzielt und auf der Tribüne war man einhellig der Mei­nung wir seien Profis. In der Pause wurden unsere Spieler von der einheimischen Jugend in den Umkleideräume wegen Autogramms bestürmt, die von kundiger Hand gerne erteilt wurden. Der Bürgermeister der Stadt Lourdes war erstaunt über die Spielkultur unseres Ver­eins und über die saubere Haltung der Spieler. Alle Tage, während unseres Verweilens in Lourdes, wurden wir von dem Gastverein im Hotel Europa bewirtet. Alle Register der fran­zösischen Kochkunst wurden gezogen und von uns jede Speise kritisch betrachtet, denn die Angst es gäbe Schnecken oder Austern war sehr groß. Eine ausgezeichnete Speisefolge hob unsere gute Laune noch mehr und zum Ab­schied wünschte sich der Inhaber des Hotels Europa, der auch gleichzeitig Präsident des Sportvereins von Lourdes war, von der Mann­schaft gesungen, das einsame Glöcklein. Wohl nie wurde es so schön gesungen und dankbar aufgenommen wie in diesem Moment. Die ge­samte Familie des Inhabers war anwesend und bekundete ihre Freude über diesen schönen Ge­sang und es gab zum Abschied einen beson­deren Trunk. Lourdes: FC Ensdorf an der GnadenstätteEine schöne Episode aus Lourdes muß hierbei noch erwähnt werden. Lourdes hatte für die Presse von uns ein Bild und die Namen der Mannschaft verlangt. Das Bild wurde über­sandt, die Mannschaftsaufstellung aber ver­gessen. Durch den Schriftwechsel, der geführt wurde war der Name des Geschäftsführers Werner Martin und im Schriftwechsel waren auch einiqe Namen von Spielern erwähnt worden. Ein fin­diger Pressemann half sich auf eine originelle Art, indem er einfach eine Mannschaft auf­stellte, Namen erfand und abdruckte. Als wir die Zeitung bekamen gab es viel zu lachen und wir dankten dem Reporter für seine Findig­keit. Lourdes, mit seiner Gnadenstätte und seiner herrlichen landschaftlichen Lage hat uns tief beeindruckt und es wurde von vielen das Versprechen gegeben, hier komm ich wieder hin. Unser Omnibus trug uns dann weiter durch die Pyrenäen über St. Gaudens nach Foix. Von hier führte uns der Weg in Serpentinen hoch hinauf und die Natur veränderte sich je nach Höhe des Gebirges. Steile Schluchten und hohe Felsen umrahmten die schönen Paßstraßen und wir bangten manchmal um unseren braven Bus. Aber unser Steuermann Louis bezwang alle schwierigen Stellen meisterhaft und an be­sonders schönen Aussichten machten wir Station um den einmalig schönen Blick zu ge­nießen.

Zeitung Lourd


Omnibus der Fa. Demmerle mit dem FCE in den Pyrenäen.Durch Tunnels und über schwindlige Höhen erreichten wir Perpignan am Mittelmeer gelegen und die südlichste Stadt Frankreichs. Glühende Hitze und die ersten exotischen Planzen waren hier zu sehen. Wir fuhren durch Palmenhaine und sahen zum erstenmal Kakteen. An diesem Tage fuhren wir noch über Narbonne Beziers bis nach Sete, wo wir unsere Zelte aufschlugen. Das erste Bad im azurblauen Mittelmeer erfreu­te uns und die Badefreude wollte nicht enden. Der Abend fand uns nochmals gemütlich bei­sammen in froher Runde. Eine Menge Lands­leute erfreuten sich an unserem Gesang und es war spät, als wir in unsere Zelte gingen. über Marseilles, der zweitgrößten Stadt Frankreichs ging die Fahrt weiter nach Toulon. In Marseil­les war Anziehungspunkt das Chateau d'If, dem sagenhaften Gefängnis des Grafen von Monte Christo und die Wallfahrtskirche aller Seeleute, die Notre Dame de la Garde, deren Turm mit einer goldenen Statue der Mutter Gottes in Höhe von 8 Metern, weit sichtbar über das Meer, geziert ist. In Toulon fuhren wir zum Hafen und hatten die Gelegenheit, erstmalig ein Schlachtschiff und mehrere große Schiffe ausSelbstgekochtes Menu: Kronenberger, Hein, Schlichter, Motzek, Eisenbarth, Schmitt. allernächster Nähe zu sehen. Bei St. Maxim hat­ten wir endlich die Cote d'Azur erreicht und in St. Raphael machten wir erneut Station. Bei schönstem Lichterglanz fuhren wir an der Küste vorbei durch die weltberühmten Städte Cannes und Nizza bis nach Monte Carlo. In den Buch­ten lagen amerikanische Marineeinheiten, die ihre Schiffe über die Toppen beleuchtet hatten und in Monte Carlo besichtigten wir das Schloß und Casino. Im Hafen lag ein Unterseeboot, welches gebührend bestaunt wurde, sowie alle die Eindrücke dieser Stunden unvergeßlich ge­blieben sind. Unsere Zelte errichteten wir in der Nähe von Nizza und es folgten einige Tage der Erholung und Entspannung. In Monaco war der exotische Garten Anziehungspunkt für die Spieler und AFC Spieler im Exotischen Garten von Monaco  von l.n.r. Schütz Winfr., Petry Alois, Hiery Josef, Kneip Erwin, Wilhelmy Gerdi, Schmitt H. lfons Mathieu betrachtete sach­kundig die Vielzahl der haushohen Kakteen, die in unseren Regionen nur Blumentopf-Ge­wächse sind. Einige Spieler versuchten auch das Glück und konnten mit mehr oder weniger Er­folg sogar Gewinne im Casino einheimsen. Im großen Ganzen gesehen benahmen sich unsere Spieler in dieser ungewohnten Gegend so, als seien sie immer hier gewesen und besäßen enorme Mittel. Am 11. Juni 1955 mußte schwe­ren Herzens die Heimreise angetreten werden. Die Fahrt ging über Avignon, Lyon, Dijon, Nancy und nach einem Heimweg von 1000 Kilometern erreichten wir, braungebrannt und gut erholt, die heimatlichen Gefilde. Unvergeß­liche Tage, große Gastfreundschaft und 3300 Kilometer Fahrtstrecke lagen hinter uns. Lange noch wird das Erlebte und Gesehene in jedem Teilnehmer nachklingen.

Ansicht der Wimpel und Pokale die die Mannschaften des FC Ensdorf seit 1946 errungen haben.

Wimpel 1

Wimpel 2


Herbert Martin

 

Herbert Martin

     
     
unser erfolgreichster Spieler
 

Jedem echten Fußball-Jungen schwebt eine große Karriere vor. Er möchte einmal in der Nationalelf stehen, mindestens in einer großen Mannschaft spielen dürfen, vor 100 000 Zu­schauern Tore schießen, von denen man schreibt und spricht. Nur ganz wenigen, den Begabte­sten, wird dieser Wunsch erfüllt. Einem, dem der Fußball alles gab, der auf den höchsten Höhen großer Siege stand, ist Herbert Martin. Aus unserer Jugend hervorgegangen und in der traditionsreichen Mannschaft 1948/ 49 spielend, war ihm vergönnt auf Grund seiner großen Fußballkunst, in einer Elf zu spielen (1. FC. Saarbrücken), die als die interessanteste Mann­schaft Europas internationalen Ruhm errang. Martin spielte in vielen Hauptstädten der Welt, man brachte ihm Ovationen dar, wie kaum einem zweiten Spieler an der Saar. Auf den Rasenfelder der Stadien in Lissabon, Paris, London, Kopenhagen, Berlin, Wien, in Afrika, Südamerika, Skandinavien und Britannien, auf der iberischen Halbinsel und im Glut­hauch eines italienischen Sommers spielte er Fußball. Er spielte gegen Menschen aller Ras­sen, vom Indianer-Abkömmling Varela aus Uruguay bis zum Schweden Liedholm. In all diesen Jahren seiner Fußballkarriere, die den Spieler Herbert Martin aus seinem Heimatver­ein zum bekannten Mann auf allen Fußball­plätzen machte, blieb er seinem Verein treu und seine Bescheidenheit in Person erlitt keinen Abbruch.
530 Spiele hat Herbert Martin mit dem 1. FC. Saarbrücken ausgetragen und dabei 410 Tore geschossen. Bei 24 Länderspielen und Auswahl­spielen hat er mitgewirkt und am 28. März 1954, dem wohl größten Fußballfest an der Saar, beim Spiel Deutschland-Saarland konnte Her­bert Martin Weltmeisterschaftstorwart Turek mit einem Musterelfmeter schlagen und das einzige Tor für seine Elf erzielen.

In den nachfolgenden Länderspielen hat Herbert MARTIN für das Saarland gespielt und 6 Tore geschossen:

  22.11.1950 Saarland – Schweiz B (2 Tore)
  21.05.1951 Saarland – Osterreich B
  15.09.1951 Schweiz B – Saarland (2 Tore)
  14.10.1951 Osterreich B – Saarland
  20.04.1952 Saarland – Frankreich B
  05.10.1952 Frankreich B – Saarland (1 Tor)
  24.06.1953 Norwegen – Saarland
  11.10.1953 Deutschland – Saarland
  08.11.1953 Saarland -Norwegen
  28.03.1954 Saarland -Deutschland (1 Tor)
  05.06.1954 Saarland -Uruguay
  26.09.1954 Saarland -Jugoslawien
  17.10.1954 Frankreich B -Saarland
  01.05.1955 Portugal – Saarland
  09.10.1955 Saarland -Frankreich B 1.5. 1955 Saarland -Holland
  01.05.1956 Saarland -Schweiz
  03.06.1956 Saarland – Portugal B
  06.06.1956 Holland – Saarland

Herbert Martin steht mit Herbert Binkert als Torschützenkönig bei den Länderspielen mit je 6 Treffern an der Tabellenspitze.
Die Zeitschrift „Fußball" Nr. 3 vom 11. 3. 1959 bezeichnet Martin als die Stütze des Saarfußballs und das Sportmagazin vom 17. 9. 1952 bezeichnet ihn nach dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am 16. 9. 52 als einen ausge­zeichneten Stürmer, der auf der gleichen Stufe mit Fritz Walter steht. Im Jahre 1952 stand der 1. FC in Ludwigshafen gegen den VfB Stuttgart vor 85 000 Zuschauern im Endspiel um die deut­sche Fußballmeisterschaft. ,,Der Kicker", Deutschlands größte und bekannteste Fußball­zeitschrift schreibt hierzu auf der Titelseite ,,aber der Schönheitspreis gehört Saarbrücken". Martin und Philippi bei Saarbrücken gehört bei der deutschen Meisterschaft die Krone".
Diese Zeilen zeugen von der hohen Spielkunst, sind die Siege auch für das Saarland oder den 1. FC Saarbrücken errungen, der Schein fällt auch auf den Stammverein dieses großen Spie­lers, denn man hat in der Presse oder in Krei­sen der Sportler nie vom Saarbrücker Martin gesprochen, sondern von dem Ensdorfer. Mit Recht sind auch wir Stolz auf unseren Spieler, der im innersten Herzen immer Ensdorfer und treuer Freund seines Heimatvereins und seiner alten Mannschaftskameraden geblieben ist.

 

Die Vorsitzenden des Vereins von 1912 bis 1962

1912-1914 keine Vereinsführung 1934-1935 Daub Ferdi
1919 Bommersbach Johann 1935-1945 Sparte im Verein für Leibesübung
1920-1922 Altmaier August 1945 Weber August
1923 Morsch Karl + 1946 Morsch Josef +
1924-1925 Schramm Michael + 1947 Voss Rudolf
1925 Both Johann + 1947-1951 Jenal Michael
1926-1927 Becker Philipp 1952 Burk Fred
1928 Becker Mathias 1953-1954 Jenal Michael
1929 Wilhelm Franz 1955-1959 Bonner Oswald
1930-1933 Bonner Stephan + 1960-Heute Schmitz Otto

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